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10.10.2018

Fachtag Altenhilfe


Ulrich Strüber (r.), Direktionsmitglied der Stiftungen Sarepta und Nazareth, und Diakon Thomas Kreutz, Referent für Personalmarketing, begrüßten Gabi Manneck in der Neuen Schmiede.

Gabi Manneck erläuterte das "Vier-Ohren-Modell".

Rund 80 Expertinnen und Experten nahmen am Fachtag teil. Fotos: Paul Schulz

Kommunikation als komplexe Angelegenheit

Der konstruktive Umgang mit Beschwerden, Sprachlosigkeit im Umgang mit sterbenden Menschen, Konflikte im Team sowie das gemeinsame Gespräch mit Angehörigen – über diese Themen diskutierten jetzt 80 Expertinnen und Experten der Altenhilfe Bethel im Raum Ostwestfalen beim Fachtag „Kommunikation wirkt“ der Stiftungen Sarepta und Nazareth.

Erste Impulse zum Thema erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Neuen Schmiede in Bielefeld-Bethel von Referentin Gabi Manneck. Sie erläuterte das „Vier-Ohren-Modell“ des Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Der Kommunikationswissenschaftler beschreibt darin, dass das Senden und Empfangen einer Nachricht immer auf vier Wegen geschieht. Wer spreche, kommuniziere dabei die Ebenen Sachinhalt, Beziehung, Selbstkundgabe und Appell. Auch der Empfänger könne den Inhalt auf diesen vier Ebenen hören. „Jeder Mensch neigt zu anderen Ebenen – besonders wenn es stressig wird“, so die Psychologin. Deshalb sei es wichtig, sich zu hinterfragen und im Zweifel zu erklären, wie eine Aussage gemeint war. Denn: „Je einseitiger man hört, desto schwieriger ist man.“

Sprachlosigkeit im Umgang mit sterbenden Menschen thematisierten Linda Bulthaup und Christel Kuhs-Niermann vom Stationären Hospiz Bethel im Rahmen eines Workshops. Sie erleben immer wieder Unsicherheiten im Kontakt mit sterbenden Menschen und ihren Angehörigen. „Viele Menschen haben Angst etwas Falsches zu sagen“, so Linda Bulthaup. Das führe dazu, dass Menschen sich aus dem Leben von Betroffenen zurückzögen. Dabei sei es völlig in Ordnung seine Ängste zu signalisieren. „Wenn man versucht sensibel zu sein, kann man keine Fehler machen“, resümierte Linda Bulthaup. Sensibilität spielt auch beim Umgang mit Menschen mit Demenz eine entscheidende Rolle. „Die erkrankten Menschen sind unsicher und haben Angst, da sie sich nicht mehr orientieren können. Deshalb ist ganz viel Beziehungsarbeit notwendig“, erklärte Michael Pergande, Leiter des Altenheims Quellenhof und des Pflegezentrums Quelle. Kommunikation auf Augenhöhe, eine offene Körperhaltung sowie ein Lächeln im Gesicht seien Voraussetzung dafür, dem Menschen ein gutes Grundgefühl zu vermitteln.


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