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11.10.2019

Fachtag diskutiert „Grundeinkommen für alle“


Über eine gelungene Veranstaltung freute sich das Veranstaltungsteam um Stefan Helling-Voß (r.).

Über die Vision eines Grundeinkommens und seine Auswirkungen auf das Ehrenamt sprach Ronald Blaschke. Fotos: Christian Weische

Mit dem Fachtag „Ehrenamt motiviert!“ bedankte sich Bethel am Donnerstag bei ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen, die sich aktiv, begleitend oder koordinierend im Freiwilligendienst engagieren. In der Neuen Schmiede in Bielefeld-Bethel wurden unterschiedliche ehrenamtliche Engagements vorgestellt. So präsentierten sich das Betheler Teilhabeinitiative „Kulturöffner“, die ehrenamtliche Sterbebegleitung im Hospiz oder das Projekt „Kanu“, das Eltern mit psychischer Erkrankung unterstützt.

„In einer immer egoistischeren Gesellschaft wird bürgerschaftliches Engagement immer wichtiger“, hob Stefan Helling-Voß, Geschäftsführer Bethel.regional, die Bedeutung des Freiwilligendienstes hervor. Haltung werde vor allem über Handlung zum Ausdruck gebracht, daher seien Ehrenamtliche Vorbild für den „gelebten Bürgersinn“.

Im Mittelpunkt der Diskussion, angeregt durch Hauptredner Ronald Blaschke, stand das aktuelle Thema „sicheres Grundeinkommen“. Das Konzept basiert auf der Idee, jedem Bürger einen fixen monatlichen Betrag zum Zwecke der Existenzsicherung auszuzahlen. Dabei unterscheide sich das Grundeinkommen deutlich von der als „Hartz IV“ bekannten Grundsicherung, so der Philosoph und Pädagoge. Es setze keine Bedürftigkeitsprüfung voraus, gelte einer Person statt einem Haushalt und beinhalte nicht den über Sanktionen gesteuerten Zwang zur Arbeit. So könne es allen den Freiraum verschaffen, souverän zu entscheiden, wofür sie ihre Zeit und Energie einsetzen wollen. So würde das Ehrenamt gestärkt und das Leben engagierter Menschen verbessert – schließlich bedeute ein Ehrenamt nicht nur Struktur und Partizipation, sondern vor allem auch Anerkennung.


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