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03.03.2015

Fachtag zur gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung


Bethels stellvertretender Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Günther Wienberg (l.) verabschiedete Prof. Dr. Michael Seidel.

Die Mara-Ärzte Dr. Jörg Stockmann (l.) und Dr. Ulrich Pfaff interessierten sich für das Thema.

Renomierte Wissenschaftler referierten auf dem Fachtag. Fotos: Paul Schulz

Mit einem Fachtag im Betheler Veranstaltungsaal Assapheum verabschiedete der Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel jetzt den langjährigen Mitarbeiter Prof. Dr. Michael Seidel in den Ruhestand. Beim Fachtag stand die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung im Mittelpunkt. „Ein hoch aktuelles Thema“, hielt Professor Günther Wienberg vom Bethel-Vorstand fest. Denn es liege seit Kurzem ein abgestimmter Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Einführung von Behandlungszentren für Erwachsene mit Behinderungen in das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung (Sozialgesetzbuch V) vor. Neun Referate standen auf der Tageordnung, vorgetragen von renommierten Wissenschaftlern aus Deutschland und Schweden. Als langjährige Weggefährtinnen und -gefährten des engagierten Bethel-Arztes setzen sie sich seit vielen Jahren gemeinsam für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein.

„Mit der Etablierung von medizinischen Behandlungszentren für Erwachsene mit Behinderung haben wir einen Etappensieg erreicht“, freute sich Prof. Seidel. Auch seine politische Mitstreiterin, Professorin Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe, hält die speziellen medizinischen Zentren für unerlässlich. Die Behandlung von Menschen mit schweren Behinderungen – besonders den nichtsprechenden – sei kompliziert, sagte sie. „Sie können nicht berichten, was sie haben und verstehen nicht, was mit ihnen passiert.“ Der springende Punkt sei die Zeit. Ausreichend Zeit für Diagnostik und Therapie, die dann auch ausreichend bezahlt wird, fordert daher Prof. Nicklas-Faust.

Ein international beachtetes und faszinierendes Projekt, stellte die Direktorin des Forschungszentrums Jülich, Professorin Dr. Katrin Amunts, bei dem Fachtag vor. Zusammen mit dem neurologischen Institut der Universität Montreal in Kanada schreibt ihr Team eine neue „Landkarte“ des Gehirns. „Wir wollen das Gehirn und seine Funktionen entschlüsseln“, sagt Katrin Amunts. Der bis heute gültige Atlas, der bestimmten Hirnarealen Funktionen wie Greifen, Hören oder Lesen zuordnet, stammt noch aus dem Jahr 1909. Das neue Projekt heißt „Big-Brain“. Damit gelang es den Wissenschaftlern erstmalig einen hochauflösenden Gehirn-Atlas in 3-D zu erstellen. Für die Erstellung wurden Computer mit Speicherkapazitäten im Petabyte-Bereich (tausend Terabyte) benötigt. Die Ansicht ist im Internet frei zugänglich unter http://www.fz-juelich.de/inm/inm-1/DE/Forschung/_docs/BigBrain/bigbrain_node.html


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