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12.11.2018

Gastfamilien für beeinträchtigte Menschen gesucht


Familienjubiläum: Seit genau fünf Jahren leben Maria Andres (v. l.) und ihre Tochter Melissa bei Barbara Fischbach und ihrer Tochter Victoria.

Victoria Fischbach (r.) gibt Melissa Andres Tipps am Klavier. Fotos: Paul Schulz

Eine Kerze in Gestalt der Zahl Fünf brennt auf jedem der frisch gebackenen Muffins. Barbara Fischbach hat sie gemeinsam mit ihrer Tochter Victoria (12) für ihre beiden „Dauergäste“ gebacken. Denn heute ist ein besonderer Tag. Vor genau fünf Jahren haben sie Maria Andres und ihre Tochter Melissa (9) bei sich aufgenommen. Die Gastfamilie wird intensiv vom Betheler Dienst „Betreutes Wohnen in Familien“ (BWF) begleitet.

Mit viel Mitgefühl und klaren Regeln sorgt Barbara Fischbach dafür, dass Maria Andres (33) und ihre Tochter ein stabiles, sicheres Familienleben haben. Ohne sie wäre Melissa wahrscheinlich zu Pflegeeltern gekommen. Ihre Mutter hat eine Lernbehinderung und kann alleine nicht ausreichend für ihr Kind sorgen. Die beiden wurden schon einmal von einem Fachdienst unterstützt, aber die Hilfe reichte nicht. Bei Barbara Fischbach finden sie neben einem offenen Ohr nützliche Hilfen für ihr alltägliches Leben.

Das Betreute Wohnen in Familien ist ein Angebot für Menschen mit psychischer Erkrankung, geistiger Behinderung oder einer Suchterkrankung. Die Betroffenen werden in Gastfamilien oder Lebensgemeinschaften vermittelt, um dort Stabilität zu bekommen und um wieder am normalen sozialen Leben teilhaben zu können. „Die Familien leisten mit unserer Begleitung das, was sonst Profis tun“, sagt Sabine Melichar, Teamleiterin des Betreuten Wohnens in Familien. Die Menschen erführen in Gastfamilien Wertschätzung, Zuwendung und Hilfe zur Selbsthilfe.

Der Bedarf an Gastfamilien sei sehr groß. Jeden Monat erhielt das BWF allein zwei Anfragen für beeinträchtigte Mütter mit ihrem Kind. Durch ausführliche Vorgespräche und ein Probewohnen in der Gastfamilie stellt das Team des Betreuten Wohnens im Vorfeld fest, ob ein Klient und eine Familie zueinander passen. Zurzeit werden in 37 Gastfamilien durch den Dienst begleitet, wobei der Begriff Familie sehr weit gefasst ist, da zum Beispiel auch Alleinstehende oder Wohngemeinschaften jemanden aufnehmen können. „Wichtig ist uns vor allem, dass wir einen verlässlichen Partner haben“, betont Sabine Melichar.

Die Gastfamilien erhalten ein Betreuungsgeld. Interessierte können sich informieren bei Sabine Melichar unter Telefon 0521 144 2522, E-Mail: sabine.melichar[at]bethel.de


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