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07.05.2019

Gemeinsam gegen den Pflegenotstand


Als Pflegebotschafter wollen Petra Krause (v.l.), Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl, Angelika Gemkow und Andreas Westerfellhaus positive Bilder der Pflege nach außen transportieren.

Andreas Westerfellhaus fordert mehr Mut und Kreativität bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen in der Pflege. Fotos: Christian Weische

Auftaktveranstaltung von "Gute Pflege OWL"

Zu wenig Sicherheit, zu wenig Planung, zu wenig Anerkennung und zu wenig Zeit – bei der Auftaktveranstaltung der Initiative „Gute Pflege OWL“ machte Staatssekretär Andreas Westerfellhaus deutlich, dass die Rahmenbedingungen die Pflegeberufe unattraktiv machen. „48 Prozent der Berufsaussteiger würden laut einer Studie zurückkommen, wenn die Rahmenbedingungen sich ändern würden“, betonte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung jetzt vor rund 200 Experten in der Neuen Schmiede in Bethel.

Um die Pflege besonders für junge Menschen attraktiv zu machen, haben Petra Krause, Leiterin der Gesundheitsschulen am Evangelischen Klinikum Bethel, Uwe Borchers, Geschäftsführer des regionalen Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft ZIG, sowie Angelika Gemkow, ehemalige Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Enquete-Kommission „Zukunft der Pflege“ in NRW die Initiative „Gute Pflege OWL“ ins Leben gerufen. Die Ausbildungsoffensive soll mit einem Netzwerk von »Pflegebotschaftern« unterstützt werden. Dabei sind unter anderem NRW-Landtagspräsident André Kuper sowie der aus der Region stammende An­dreas Westerfellhaus.

„Wenn wir diese Herausforderung stemmen wollen, wird das nicht mit den Instrumenten der letzten 30 Jahre funktionieren“, so Andreas Westerfellhaus. Es müssten Arbeitsprozesse angepasst sowie die Digitalisierung zur Entlastung und transparenten Kommunikation eingesetzt werden. Flexible Arbeitszeitmodelle gehörten ebenso dazu wie Einkommens- und Karrieremöglichkeiten. Ein weiterer Punkt: neue Zusammenarbeitsprozesse. „Wenn wir Versorgungssicherheit auf hohem Qualitätsniveau wollen, müssen Ärzte, Physiotherapeuten, Pflegekräfte und alle anderen Gesundheitsberufe anders zusammenarbeiten“, ist der Politiker überzeugt.

„Pflegekräfte hören oft von ihren Mitmenschen: ’Toll, dass Du den Job machst, aber ich könnte das nicht’. Diese negative Denkweise müssen wir auflösen, damit sich wieder mehr junge Menschen für einen Beruf in der Pflege entscheiden", fordert Petra Krause, die auch Pflegebotschafterin der Initiative ist. „Mit ‚Gute Pflege OWL‘ wollen wir ein breites Netzwerk bilden - viele Akteure aus der Region unter ein Dach bringen“, erklärt Angelika Gemkow, ebenfalls Pflegebotschafterin. Man müsse an einem Strang ziehen und gemeinsam Wege finden, damit es genug Pflegende gebe. Andreas Westerfellhaus freut sich über den Impuls aus der Region: „Pflege geht uns alle an. Es ist immens wichtig, dass man trägerübergreifend für diese gemeinsame Aufgabe eintritt.“


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