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23.08.2013

Gesundheit und Inklusion


Professor Dr. Michael Seidel. Foto: Schulz

Professor Seidel fordert „Medizinische Zentren“

„Ambulante, interdisziplinär zusammengesetzte Medizinische Zentren für die Versorgung von erwachsenen Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung“ forderte Professor Dr. Michael Seidel, Ärztliche Direktor des Stiftungsbereichs Bethel.regional, in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt. Hierfür müsse „endlich die gesetzliche Grundlage geschaffen werden“.

„Gerade weil die medizinische Regelversorgung an vielen Stellen immer mehr an Leistungsfähigkeit verliert, benötigen wir solche Einrichtungen.“ Leistungsrechtlich müssten diese Zentren mit einer Pauschale vergütet werden, so Professor Seidel weiter. Zu klären wäre, wie diese Pauschale ausgestaltet werde. Seine Forderung nach spezialisierten Angeboten widerspreche nicht dem Grundgedanken der Inklusion, betonte der Bethel-Arzt: „Es geht nicht darum, Menschen auszugrenzen, sondern darum, Menschen mit Behinderung die Fachlichkeit und Qualität zur Verfügung zu stellen, die man in der Breite des Regelversorgungssystems nicht findet.“ Nur mit einer qualifizierten medizinischen Versorgung, die gleichzeitig frei von Barrieren ist, seien umfassende Teilhabechancen möglich. Barrieren, machte der Bielefelder Mediziner deutlich, bestehen nicht nur in den baulichen Gegebenheiten, sondern auch in der Kommunikation oder der Kenntnis über die besonderen Bedürfnisse von behinderten Menschen.


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