v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen
10.03.2011

Gesundheitsministerin Steffens besucht Bethel


Fotos: Paul Schulz

Altenhilfe muss aufgewertet und besser finanziert werden

Bielefeld-Bethel/Düsseldorf. Die NRW-Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Barbara Steffens, will sich für ein besseres Image der Altenhilfe einsetzen. „Was Pflegekräfte dort leisten, verdient die höchste Anerkennung der Gesellschaft“, betonte die Ministerin gestern bei ihrem Besuch im Pflegezentrum Am Lohmannshof in Bielefeld. Sie begrüßte die Einbindung dieser Betheler Altenhilfe-Einrichtung in das Wohnquartier. „Sie haben das Notwendige und Richtige gemacht mit der vielfältigen Vernetzung in die Nachbarschaft.“ Die Ministerin zeigte sich beeindruckt von der Kooperation mit dem benachbarten Kindergarten, dem ehrenamtlich organisierten Café im Haus, dem Nachbarschaftsfrühstück oder der Sozial- und Pflegeberatung im Haus. Barbara Steffens unterstrich die Bedeutung von stationären Altenhilfeeinrichtungen, wenn sie denn offene Zentren im jeweiligen Wohnquartier sind. Daneben müsse es aber mehr teilstationäre und ambulante Angebote für alte Menschen geben.

Ministerin Steffens kündigte auch die Neuordnung der Altenhilfeausbildung noch in diesem Jahr an. Künftig soll die Ausbildung von Fachkräften in der Altenhilfe wieder über ein Umlagesystem finanziert werden und nicht mehr allein durch die einzelnen Einrichtungen, die ausbilden. Der Betheler Altenhilfe-Geschäftsführer Ulrich Strüber begrüßte die Wiedereinführung der Umlage. „Dann wird es zusätzliche Ausbildungsplätze geben und künftig mehr der dringend benötigten Fachkräfte.“

Barbara Steffens bezeichnete die Frage der Ausbildung als die wesentliche Herausforderung der Altenhilfe. Der Beruf müsse attraktiver werden auch durch eine bessere Bezahlung, dies sei allerdings keine Sache des Landes. Auf Landesebene hingegen setzt sich die Ministerin für eine Akademisierung der Pflegeausbildung ein; die Landesregierung fördert einige entsprechende Projekte.

Barbara Steffens sprach sich für eine bessere Abstimmung bei der Finanzierung von Pflege und Betreuung aus; so müssten etwa Krankenkassen und Pflegekasse sowie weitere Beteiligte besser kooperieren. Das würde die Überleitung alter pflegebedürftiger Menschen zwischen Krankenhaus, Pflegeeinrichtung und Heim deutlich verbessern. Ministerin Steffens kritisierte die Skandalisierung von Einzelfällen, in denen Einrichtungen oder einzelne Mitarbeiter Fehler gemacht hätten. „Die Mitarbeiter in der Altenhilfe dürfen nicht in Kollektivhaftung genommen werden“, sagte Barbara Steffens. Die Ministerin forderte bessere Rahmenbedingungen für die Pflege und einen neuen Pflegebegriff. Anders als derzeit müsse Pflege ganzheitlich definiert sein und dürfe sich nicht nur auf die körperliche Versorgung beschränken.


© 2019 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel