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15.11.2018

Handwerksbuchbinderei Bethel feiert 140-jähriges Bestehen


In den Anfangsjahren der Buchbinderei war der Betrieb noch in den Räumen des Hauses Groß-Bethel untergebracht. Foto: Historische Sammlung Bethel.

In Absprache mit Werkstattleiter Henner Weduwen (l.) verleimt Klaus Stroka die Buchdeckel mit den fertig gebundenen Zeitschriftenjahrgängen.

Sonja Erich-Reineke (l.) und Mareike Büker schauen sich eine stark beschädigte Bibel von 1670 an, die in den kommenden Monaten restauriert werden soll. Fotos: Paul Schulz.

Mit Schulheften fing 1878 alles an, heute verlassen mehrere tausend professionell gebundene Bücher pro Jahr die Handwerksbuchbinderei Bethel. Daneben ist die Reparatur und Aufarbeitung historischer Schriftstücke das zweite wichtige Standbein der Werkstatt. Mit einem „Nachmittag der offenen Werkstatt“ wird morgen (Freitag, 16. November) das 140-jährige Bestehen der Handwerksbuchbinderei Bethel gefeiert. Von 15 bis 18 Uhr öffnen sich die Türen am Haller Weg 47 in Bielefeld für jedermann. An Mitmachstationen können die Besucher Lesezeichen basteln, Papier schöpfen und eigene Hefte binden; außerdem werden Führungen durch die Räumlichkeiten angeboten.

Ob Klebebindung oder Fadenheftung - in der Handwerksbuchbinderei werden Zeitschriften und Bücher fachgerecht eingebunden. Außerdem bieten die derzeit 29 Beschäftigten Einzelanfertigungen, wie Fotoalben, Pappbände, Leder- und Pergamentbände, aber auch Mappen, Kassetten und Schatullen an. Seit 1967 gehört die Restaurierung von Büchern und Dokumenten neben den klassischen Bindearbeiten zum Angebot der Werkstatt. Manche Kunden bringen ihre kostbaren Einzelstücke; Archive von Landeskirchen oder Kommunen senden mitunter auch kistenweise Bestände zur Aufarbeitung in die Werkstatt. Mittlerweile hielten sich das Binden von Fachzeitschriften und die Restaurierung historischer Dokumente beim Umsatz in etwa die Waage, stellt Werkstattleiter Henner Weduwen fest. Die Aufträge für Restaurierungsarbeiten nähmen aber zu: „Damit besetzen wir eine Nische – das wird auf jeden Fall ein Bereich sein, der expandiert.“

Unterstützung bekommen die Beschäftigten – meist mit psychischen Beeinträchtigungen – von vier Fachkräften. Von Beginn an sah das Konzept der Betheler Werkstatt vor, Arbeitsplätze für Klienten zu schaffen. 1878 war es der Patient Hermann Lohr, der in den Räumen des Hauses Groß-Bethel zunächst Schulhefte für Kinder gebunden hat. Mit dem steigenden Bedarf an Büchern und Broschüren stieg auch die Zahl der Belegschaft, mehrfach zog der Betrieb in größere Räume um. 1996 folgte der bislang letzte Standortwechsel vom Quellenhofweg 27 in Bethel an den außerhalb der Ortschaft gelegenen Haller Weg.


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