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21.11.2018

Herzberger Gespräch zur Epileptologie


Prof. Dr. Heinz-Joachim Meencke betonte, wie wichtig ein multidisziplinäres Behandlungskonzept ist.

Norbert van Kampen (vorne) moderierte die Podiumsdiskussion mit (v.l.) Dr. Thomas Mayer, erster Gesellschafter der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie, Prof. Dr. Martin Holtkamp, Sybille Burmeister, Prof. Dr. Heinz-Joachim Meencke und Romy Delan, Kunsttherapeutin im EZBB.

Dr. Bettina Wächter nimmt sich beim Beratungsgespräch Zeit für den Patienten. Fotos: Reinhard Elbracht

Komplexbehandlung verbessert Lebensqualität

Die Komplexbehandlung bei Epilepsie war das Thema des sechsten Herzberger Gesprächs, das Mitte November im Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin stattfand. In seinem Vortrag machte Prof. Dr. Heinz-Joachim Meencke, ehemaliger Medizinischer Direktor des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg (EZBB) und Geschäftsführer des Ärztehauses am KEH, deutlich, dass es bei der Epilepsie-Behandlung auch darum ginge, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dafür sei ein umfassendes, multidisziplinäres Behandlungskonzept mit Einbindung von medizinischen, psychologischen und sozialen Therapiefeldern erforderlich, so der Mediziner.

Im EZBB umfasst diese Komplexbehandlung, „Comprehensive Care“ genannt, neben medikamentöser und chirurgischer Behandlung deshalb unter anderem auch Training zur Lebensführung, psychosomatische-psychotherapeutische Behandlung, Kunsttherapie und Seelsorge. „Das hätte ich mir damals gewünscht“, sagte Sybille Burmeister, Vorstandsmitglied der Deutschen Epilepsievereinigung, in der anschließenden Podiumsdiskussion. Ihr habe die Diagnose Epilepsie den Boden unter den Füßen weggerissen. Nach kurzer Zeit habe man sie mit Tabletten und der Empfehlung, sich einen niedergelassenen Arzt zu suchen, aus dem Akutkrankenhaus entlassen.

„Gerade Menschen mit chronischen Epilepsien sind in Akutkrankenhäusern schlecht aufgehoben“, bestätigte Prof. Dr. Martin Holtkamp, heutiger Medizinischer Direktor des EZBB und Chefarzt der Abteilung Epileptologie im KEH. Große Probleme seien der Zeitdruck und Personalmangel. Die Comprehensive Care hingegen ermögliche es, Patienten besser aufzufangen. „Ärzte und Therapeuten können auf den Menschen individueller eingehen, da die Behandlung auf mehrere Fachgebiete verteilt ist“, erklärte der Chefarzt.


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