v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen
13.06.2016

Hospiztag in Bethel


"Alternativen zum Sterbewunsch" forderte Präses Irmgard Schwaetzer in Bethel.

Austausch und angeregte Diskussion auf dem Hospiztag in Bethel. Fotos: Reinhard Elbracht

Erinnern an die eigene Endlichkeit

Für ein „Erinnern an die eigene Endlichkeit“ plädierte Dr. Irmgard Schwaetzer, ehemalige Bundesministerin und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, auf dem Hospiztag in Bethel. Die Bereitschaft, sich mitten im Leben mit dem Sterben zu befassen, sei sowohl in der Gesellschaft als auch in der Kirche an den Rand gedrängt worden. „Wir müssen diese vergaloppierte öffentliche Meinung zurückholen.“ Am Donnerstag, 9. Juni, trafen sich rund 120 Menschen in dem Veranstaltungszentrum „Neue Schmiede“, die sich ehren- oder hauptamtlich in Bethel in der Begleitung von sterbenden Menschen engagieren.

 

Heute seien alle überzeugt von der „Machbarkeit“ des eigenen Lebens – also davon, den biografischen Verlauf bis zuletzt selbst bestimmen zu könnten. „Aber das menschliche Leben ist eine Gabe Gottes“, stellte die Präses fest. „Jeder muss es irgendwann aus der Hand geben.“ Bedenklich sei, so Irmgard Schwaetzer, das Umfragen zufolge 70 Prozent der Deutschen das Recht auf assistierten Suizid befürworten. „Die Menschen wollen Ängsten und Leid ausweichen“, stellte sie fest. Deshalb müssten „Alternativen zum Sterbewunsch“ aufgezeigt werden, etwa durch Palliativmedizin und Hospizarbeit. Diese kennt die ehemalige Ministerin aus der Innenansicht. Nach ihrem Rückzug aus der Politik betätigte sie sich als ehrenamtliche Sterbebegleiterin in dem zu Bethel gehörenden stationären Lazarus-Hospiz in Berlin.

 

Mit der aktuellen Gesetzgebung zum assistierten Suizid sowie mit dem politischen Diskurs im Bundestag setzte sich Professor Dr. Reiner Marquard kritisch auseinander. Zentrales Thema des Freiburger Gelehrten, der Irmgard Schwaetzer als zweiter Redner des Tages folgte, war ebenfalls die Selbstbestimmung am Ende des Lebens.

 

Die v. Bodelschwingschen Stiftungen Bethel engagieren sich für einen menschlichen Umgang mit dem Leben und dem Tod. Mittlerweile ist Bethel an vielen Orten in Deutschland aktiv, um einen Beitrag zu einer menschlicheren Sterbekultur zu leisten, sowohl in der ambulanten als auch stationären Hospizarbeit. Weitere Berührungspunkte gibt es in der Altenhilfe, in Krankenhäusern oder in der Eingliederungshilfe.


© 2019 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel