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05.02.2015

Jahresempfang im EvKB


Dr. Theodor Windhorst, Dr. Rainer Norden, Gesundheitspolitiker Ulf Fink aus Berlin, Dr. Stefan Etgeton und Pastor Ulrich Pohl (v.l.). Foto: Manuel Bünemann

Qualität im Krankenhaus

Ganz im Zeichen des zehnjährigen Bestehens der Klinik stand der Jahresempfang des Ev. Krankenhauses Bielefeld (EvKB) gestern. Der vorsitzende Geschäftsführer des EvKB, Dr. Rainer Norden, blickte vor den rund 500 Gästen in Bethel auf die erfolgreiche Entwicklung zurück. 2005 war das neue Klinikum aus den Bethel-Kliniken Gilead und Mara sowie dem Johanneskrankenhaus des Ev. Johanneswerks in Bielefeld entstanden. Es ist heute mit rund 1.500 Betten das größte evangelische Krankenhaus in Deutschland. Zur guten medizinischen Versorgungsqualität und der Breite des Behandlungsangebots mit 24 chefarztgeführten Kliniken und Instituten hätten auch die Größe des Hauses und verschiedene Kooperationen beigetragen, stellte Dr. Rainer Norden fest. Im EvKB wurden im vergangenen Jahr 165. 000 Patienten ambulant oder stationär versorgt. „Mengenwachstum allein ist aber kein Qualitätsindikator“, betonte Dr. Norden vor den Gästen im Assapheum. Und er bedankte sich für die engagierte Arbeit der rund 4.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; ihnen sei der Erfolg der Klinik zu verdanken, die inzwischen ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen kann und einen guten Ruf bei den Patienten genießt. „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren rund 140 Millionen in das Krankenhaus investiert und erwarten für das Jahr 2014 einen Jahresumsatz von rund 290 Millionen Euro“, stellte Geschäftsführer Rainer Norden fest. Er bedankte sich auch bei zahlreichen Vereinen und Initiativen aus dem Umfeld der Patienten und Angehörigen, die die Arbeit des Krankenhauses unterstützen.

Der westfälisch-lippische Ärztekammer-Präsident Dr. Theodor Windhorst kritisierte in seinem Grußwort die Gesundheits- und Sozialpolitiker. Die Politik führe immer mehr Qualitätsindikatoren ein, das helfe bei der Verbesserung der Versorgungsqualität gar nicht. Dr. Windhorst beklagte auch die zunehmende Industrialisierung der Medizin; dass bedeute weniger Personal und mehr Patientenferne in der Therapie. „Zum Beispiel ist die Pflegeintensität für manche Erkrankungen nicht in der Abrechnung über DRGs berücksichtigt“, kritisierte Dr. Windhorst.  Es bedeute auch weniger Qualität, dass die öffentlichen Investitionen für Krankenhäuser seit 1991 um 30 Prozent zurückgegangen seien. Das ärztliche und pflegerische Personal müsse mehr Zeit für die Patienten haben, sagte Dr. Windhorst und dafür „müssen wir mal wieder das Krankenhaus der Barmherzigkeit erfinden“. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Behandlungsqualität im Krankenhaus stellte Dr. Stefan Etgeton von der Bertelsmann Stiftung den Gästen des Jahresempfangs vor.

Zum Beginn des Jahresempfangs hatten die Gäste einen Gottesdienst in der Zionskirche gefeiert. Bethels Vorstandsvorsitzender und EvKB-Aufsichtsratsvorsitzender Pastor Ulrich PohI predigte zur Jahreslosung „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“. Die Jahreslosung sei sehr passend für dieses Jahr in dem es besonders um das gute Miteinander verschiedener Bevölkerungsgruppen und auch die friedliche Koexistenz der Staaten gehe. Gegen jeden Streit einander akzeptieren, dass sei eine gute Willkommenskultur und die sei auch für ein Krankenhaus mit den dort ganz verschiedenen Menschen sehr wichtig, sagte Pastor Pohl.


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