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17.08.2010

Kampf gegen Euthanasie gewürdigt


Pastor Paul Braune

Besondere Ehrung in Berlin für Pastor Paul Braune 

Berlin. Lobetal 12. August 1940, Paul Gerhard Braune, Anstaltsleiter der zu Bethel gehörenden Hoffnungstaler Anstalten Lobetal und Bürgermeister von Lobetal, wird von der Gestapo verhaftet und in das berüchtigte Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin gebracht. Grund für die Festnahme war Braunes Einsatz für Verfolgte, und vor allem sein Kampf gegen die Euthanasie. Anlässlich dieses Datums findet derzeit eine Sonderausstellung der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal in der Topographie des Terrors in Berlin statt.  

Während einer Gedenkstunde würdigte der Leiter der Gedenkstätte, Prof. Andreas Nachama am 12. August 2010, Braune als mutigen Pfarrer für den das Gottesgebot „Du sollst nicht töten“ Leitfaden seines Handelns war. „Für Braune ging es um eine große und gerechte Sache – um die Barmherzigkeit“, so Nachama.

Pfarrer Lars Schütt, theologischer Assistent beim Prälaten der EKD, sprach aus der Sicht der jungen Generationen. Er betonte: „Es sind nicht die Erinnerungen und Erfahrungen, die uns zu schaffen machen sondern das Fehlen derer. Die mühsame Arbeit des Gedenkens ermöglicht den Zugang zu den Erfahrungen und Erinnerungen um daraus zu lernen, damit sich solch ein Schrecken nicht wiederholt“.

Der Sohn von Paul Braune, Pfarrer Werner Braune, war zum Zeitpunkt der Verhaftung seines Vaters gerade 4 Jahre alt und seine Mutter hochschwanger. „Plötzlich war Vater weg“ erzählte Braune aus seinen Erinnerungen. Paul Braune hat immer gewusst dass Gott bei ihm ist, aber er auch in der Verantwortung Gottes steht. Werner Braune sagte weiter „Für meinen Vater hieß Verantwortung auch immer wach bleiben. Wachbleiben gegen Extremismus und Fundamentalismus“. 

Der heutige Anstaltsleiter der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal und damit einer der Nachfolger Paul Braunes, Pastor Dr. Johannes Feldmann, bezog sich in seiner Ansprache auf des Wort des Lobetal – Gründers, Friedrich von Bodelschwingh, „Es geht kein Mensch über diese Erden den Gott nicht liebt.“ Dieses Wort Bodelschwinghs war Braunes Motto und ist auch heute die Überschrift des Handelns in Lobetal. „Es reicht nicht, Hochglanzprospekte zu erstellen, es ist auch wichtig in der Nachfolge zu wirken, sowohl in der Nachfolge Christi als auch in der Nachfolge solcher Menschen wie Braune“ sieht Feldmann den Bezug zum Heute. „Mut zum Leben, Hilfe zum Leben soll unsere Antwort sein.“  

Im Anschluss an die Eröffnung gab es einen geführten Rundgang durch die Hauptausstellung der Gedenkstätte mit den Schwerpunkten Kirche im Nationalsozialismus und die Krankenmorde der Nazis.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. September in der Gedenkstätte „Topographie des Terrors“ zu sehen.

 


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