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15.04.2011

Kein Engpaß durch Zvildienst-Ende


Bethel mahnt Nachbesserungen für Bundesfreiwilligendienst an  

Den Zivildienst würdigte Bethels stellvertretender Vorstandsvorsitzender Pastor Bernward Wolf als "eine sehr sinnvolle Einrichtung". Viele junge Männer seien dadurch mit sozialer Arbeit in Berührung gekommen und hätten daraus Anstöße für ihr persönliches Leben und ihre berufliche Orientierung erfahren, sagte Wolf jetzt gegenüber dem evangelischen Pressedienst epd. Für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, seien die Zivis wichtige Unterstützer im Alltag gewesen. Auch sei ein engagierter Blick von Menschen, die für eine begrenzte Zeit ihren Dienst leisteten, für die Institutionen ein wichtiges Korrektiv gewesen. 

Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sehen durch das Ende des Zivildienstes keine Engpässe in der sozialen Betreuung. Bereits durch die Verkürzung des Zivildienstes habe es in Bethel immer weniger Zivis gegeben, sagte der stellvertretende Bethel-Chef, Pastor Bernward Wolf, in dem epd-Gespräch. Das diakonische Unternehmen habe sich mit Aufbau des "Betheljahres", einem freiwilligen Sozialen Jahr, bereits auf die veränderte Situation eingestellt. Auch der neue Bundesfreiwilligendienst soll ab Juli in Bethel angeboten werden. 

Den neuen Freiwilligendienst bezeichnete Wolf als Kompromiss. Die unterschiedlichen Bedingungen im Vergleich zu denen des Freiwilligen Sozialen Jahres, beispielsweise in der Finanzierung, seien problematisch. So verlören die Eltern eines jungen Menschen, der am Bundesfreiwilligendienst teilnimmt, den Anspruch auf Kindergeld, kritisierte Wolf. Auch die bislang für die neuen Freiwilligen verpflichtende Teilnahme an Kursen der bisherigen Zivildienstschulen sei noch keine gute Lösung.  

Im Gegensatz zum Zivildienst könnten am neuen Freiwilligendienst auch ältere Menschen teilnehmen, führte Wolf aus. "Das ist eine Chance für viele Menschen und auch für unsere Gesellschaft", unterstrich der Theologe. Damit werde sich das Freiwillige Soziale Jahr und auch das, was bisher Zivildienst war, grundlegend verändern. "Ich glaube, es wird noch einen langen Atem brauchen, bis hier ein stimmiges Modell gefunden ist und sich eingespielt hat", sagte Wolf weiter.  

Mit dem Ende der Wehrpflicht am 30. Juni entfällt auch der Zivildienst. Mit einer Festveranstaltung wurde in Bethel am Mittwoch das 50-jährige Engagement des Zivildienstes in der Diakonie gefeiert. In den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel traten am 10. April 1961 26 junge Männer als erste bundesdeutsche Zivis ihren damals  15-monatigen Dienst an.

 


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