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06.11.2020

Kirchliche Hochschule: Neuanfang vor 75 Jahren


Die Theologische Schule Bethel, Vorläuferin der heutigen Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel, wurde 1905 am Bethelweg in Bielefeld-Bethel gegründet. Foto: Archiv Presse + Kommunikation

Der heutige Standort in Bethel. Foto: Paul Schulz

Die heutige Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel wurde 1905 als „Theologische Schule Bethel“ von Pastor Friedrich von Bodelschwingh gegründet. Während des Nationalsozialismus wurde die Schule auf Weisung der Gestapo aufgelöst. Vor 75 Jahren, im Wintersemester1945/46, konnte der Lehrbetrieb wieder aufgenommen werden.

Pastor Friedrich von Bodelschwingh hatte die Theologische Schule Bethel als staatlich unabhängige Institution gegründet, weil ihm die Theologie an staatlichen Fakultäten zu kirchenfern war. Seine Kritik galt der zu „engen Umarmung“ der Landeskirchen mit dem Staat. Mit der offiziellen Begründung, es bestehe keine Notwendigkeit für weitere theologische Ausbildungsstätten neben den staatlichen Fakultäten, wurde die Einrichtung 1939 geschlossen. Tatsächlich galt die Theologische Schule Bethel aber wegen ihrer kritischen Haltung gegenüber dem Staat als unzuverlässig. Bis auf einen Dozenten, der zu den Deutschen Christen gehörte, stand das Kollegium geschlossen auf der Seite der Bekennenden Kirche. 

Die Theologische Schule Bethel hatte leicht aufgelöst werden können, weil sie als eingetragener Verein registiert war. Drei Jahre nach dem Neuanfang, 1948, übernahm darum die Zionsgemeinde Bethel die Trägerschaft, und die Schule wurde eine kirchliche Einrichtung.

Mit elf Studenten begann 1905 der Lehrbetrieb. In den 1980er-Jahren studierten an der Hochschule mehr als 500 Frauen und Männer. 2007 wurden die Kirchlichen Hochschulen in Bethel und Wuppertal unter kirchlicher und diakonischer Trägerschaft zusammengelegt, und es wurde „Arbeitsteilung“ vereinbart. Der Standort Bielefeld-Bethel bietet den Schwerpunkt „Diakoniewissenschaft“ an.  Hier qualifizieren sich heute Leitungskräfte aus diakonischen Organisationen und Unternehmen der Sozialwirtschaft im Studiengang „M.A. Diakoniemanagement“, seiner internationalen Variante „M.A. DiaconicManagement“ und im PhD-Studiengang „Diakoniewissenschaft“. Am Standort Wuppertal studieren künftige Pfarrerinnen und Pfarrer Evangelische Theologie.


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