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13.08.2015

LWL-Direktor Matthias Löb informiert sich über assistive Technologien


Zu Besuch bei CITEC: (l.) Landesrat Matthias Münning, (vordere Reihe v.l.n.r.) Landesdirektor Matthias Löb, Prof. Dr. Gerhard Sagerer, Rektor der Uni Bielefeld, Melissa Henne, Stefan Helling-Voß, (hintere Reihe v.l.n.r.) Prof. Dr. Stefan Kopp und Prof. Dr. Ulrich Rückert, beide CITEC, Prof. Dr. Günther Wienberg und LWL-Referent Michael Wedershoven.

(v.l.) Ramin Yaghoubzadeh, Doktorand im Rahmen des Projekts KOMPASS, stellt Prof. Dr. Günther Wienberg und Matthias Löb den Avatar "Billie" vor. Fotos: Burg

Soziale Teilhabe, Selbstbestimmung und nicht zuletzt Sicherheit von Menschen mit Behinderung zu fördern – dies seien die Kernaufgaben von assistiven Technologien, ist Professor Dr. Günther Wienberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Bethels, überzeugt. An der Entwicklung „lernender, vernetzbarer Systeme an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine“ sind Bethel, die Universität Bielefeld sowie weitere Partnern aus Ostwestfalen-Lippe beteiligt. Bei einem Besuch in Bielefeld informierte sich Matthias Löb, Landesdirektor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, bei Experten aus Bethel und Wissenschaftlern des Exzellenzclusters CITEC über die Einsatzmöglichkeiten von Assistenzsystemen für Menschen mit Behinderungen.

So befasst sich beispielsweise das Projekt KogniHome mit der Frage, wie sich mitdenkende und „vertrauenswürdige“ technische Systeme verwirklichen lassen, die Menschen mit Behinderungen im Alltag unterstützen. Eine „digitale Küche“ kann Bewohnern assistieren, indem sie Kochaktivitäten begleitet, Varianten für Rezepte vorschlägt und frühzeitig warnt, bevor ein Gericht anbrennt. Ein anderer wichtiger Einsatzort intelligenter Systeme ist der Eingangsbereich einer Wohnung. Hier könnte eine Tür den Bewohner daran erinnern, den Wohnungsschlüssel einzustecken, während der mitdenkende Garderobenspiegel darauf hinweist, ob die Kleidung zum Wetter passt.

„Wir haben es erstmals mit einer Generation von Menschen mit Behinderungen zu tun, die mit Technik aufgewachsen ist“, macht Professor Dr. Günther Wienberg deutlich. Es handele sich um Menschen, die aktuelle Technologien nutzen wollen. Worauf sie ein Recht haben: Die UN-Konvention verlangt, dass Technologie barrierefrei und erschwinglich für jeden verfügbar gemacht werden solle. Zudem muss sie dort einsetzbar sein, wo Menschen mit Behinderungen leben. Und der Ort, an dem auch Unterstützung stattfindet, ist heute immer häufiger die eigene Wohnung. Unabdingbar sei es, die zukünftigen Nutzer der Technik an ihrer Entwicklung zu beteiligen. Deshalb wird es in Bethel, neben dem schon bestehenden Piksl-Labor bald eine Forschungswohneinrichtung geben, in Technik in einer Alltagsumgebung getestet und geprüft werden kann.


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