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13.02.2013

Modellprojekt präsentiert Ergebnisse


Werner Barking (3.v.l.) und seine Nachfolgerin in der Projektleitung, Kathrin Finke (4.v.l.), stellten zusammen mit den Referenten Prof. Dr. Doris Tacke (l.) und Prof. Dr. Hilke Bertelsmann (2.v.l.) (Fachhochschule der Diakonie Bielefeld) sowie Privatdozent Dr. Hans-Jürgen Rumpf (Universitätsklinik Schleswig-Holstein, Lübeck) die Ergebnisse vor.

Fotos: Paul Schulz

Sucht im Alter – das unterschätzte Problem

Die erste Phase des Projekts „Gemeinsam für ein gelingendes Leben im Alter – Netzwerk der Alten- und Suchthilfe im ambulanten und stationären Setting“ ist zu Ende. In einem Workshop stellten jetzt die Projektverantwortlichen, Bildung & Beratung Bethel und die Fachhochschule der Diakonie, die Ergebnisse in Bethel vor. Das Modellprojekt, das 2011 an den Start ging, ist eins von acht in Deutschland zum Thema „Sucht im Alter“, die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) gefördert wurden.

Ziel des Betheler Modellprojekts war es, Lehrinhalten zum Thema „Sucht im Alter“ für die Ausbildung, Weiterbildung und das Studium zu entwickeln. Dafür setzten sich Mitarbeitende der Altenhilfe und Suchthilfe der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel an einen Tisch. Anhand von Fallbeispielen entwickelten sie Lösungsstrategien. Im Fokus des Erfahrungsaustauschs standen Menschen mit Alkoholsucht und Medikamentenmissbrauch.

Die Fachhochschule der Diakonie erarbeitete aus den Ergebnissen des interdisziplinären Dialogs Interventionsansätze und Curricula. Die Studie überzeugte das BMG. Damit war die Finanzierung des Anschlussprojekts, das im März beginnt, gesichert. In der zweiten Phase werden die Curricula in den Ausbildungsalltag eingeführt. Die Fachhochschule der Diakonie begleitet den Prozess wissenschaftlich.

„Sucht im Alter ist ein zunehmendes Problem“, sagt Werner Barking von Bildung & Beratung Bethel. Jeder zehnte der „jungen Alten“ zwischen 60 und 70 Jahren trinke eine riskante Menge Alkohol, so der Projektleiter. Die Alkoholabhängigkeit werde häufig übersehen, weil Stürze, depressive Störungen oder sozialer Rückzug als altersbedingte Begleiterscheinungen interpretiert würden. Den Fachkräften fehle das Know-how zu erkennen und zu intervenieren.

Das Thema Alkoholmissbrauch spielte im Unterricht angehender Altenpflegekräfte bisher keine Rolle. Und es gab auch keine Strategien oder Lösungsansätze, die man ihnen hätte an die Hand geben können. Erst im Rahmen des Projekts wurden Konzepte entwickelt. Sie werden in diesem Jahr von drei Fachseminaren für Altenpflege in Bielefeld übernommen. Ob sie sich bewähren, wird von den Projektverantwortlichen überprüft.

Im Februar übernimmt Kathrin Finke die Leitung des Projekts. Werner Barking geht in den Ruhestand. Sie ist ab jetzt Ansprechpartnerin für die Weiterbildungsangebote „Sucht im Alter“ für Mitarbeitende in der Sucht- und Altenhilfe. Das Weiterbildungsprogramm gibt es bei Bildung & Beratung Bethel. Da das Bundesministerium für Gesundheit die Kurse fördert, wird von den Teilnehmenden nur eine Beteiligung an den Sachkosten erhoben. Weitere Informationen unter 0521 / 144-6107 oder www.bbb-bethel.de

 


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