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22.05.2015

Multiresistente Keime auf dem Vormarsch


Nach wie vor ist die erste, einfachste und wichtigste Hygiene-Maßnahme die Desinfektion der Hände.

Privatdozent Dr. Christian Jantos (v.l.), Dr. Martin Kaase, Oberärztin Dr. Christiane Scherer und Krankenhaushygieniker Wilhelm Christiani sind erfolgreich im Kampf gegen multiresistente Stämme. Fotos: Schulz

Auch harmlose Bakterien können tödlich sein. Das wurde bei der Fortbildungsveranstaltung „Krankenhaushygiene“ im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld (EvKB) deutlich. Denn immer mehr Keime sind gegen immer mehr Antibiotika resistent. Die Medikamente wirken bei einer Infektion dann nicht mehr. „Und wenn nichts mehr wirkt, kann ein banaler Harnwegsinfekt zu einem großen Problem werden“, hob Dr. Christiane Scherer, Oberärztin im Institut für Laboratoriumsmedizin Mikrobiologie und Hygiene im EvKB hervor.

Wurde in den Medien bisher über das multiresistente Bakterium „Staphylokokkus aureus“ – kurz MRSA - als gefährlicher Krankenhauskeim berichtet, scheinen ihm jetzt einige Darmkeime den Rang abzulaufen. Denn weltweit werden immer öfter Multiresistenzen zum Beispiel bei Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae oder Pseudomonas aeruginosa festgestellt. „Sie sind so gut wie gegen nichts mehr empfindlich. Das ist anders als bei MRSA, der ja noch Empfindlichkeiten gegen bestimmte Antibiotika hat“, macht Privatdozent Dr. Christian Jantos, Chefarzt im Institut für Laboratoriumsmedizin, deutlich.

Als Experten hatten die Organisatoren der Hygiene-Veranstaltung Dr. Martin Kaase vom nationalen Referenzzentrum für gramnegative Krankheitserreger der Ruhr Universität Bochum eingeladen. Er zeigte in seinem Vortrag auf, wie rasant sich die Resistenzen gegen die wichtigsten Antibiotika weltweit ausgebreitet haben, und gab Empfehlungen für Hygienestrategien im Krankenhaus. Dr. Kaase unterstrich, dass nach wie vor die erste, einfachste und wichtigste Maßnahme die Desinfektion der Hände sei.


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