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22.03.2018

Neue Ausbildungsmöglichkeiten eröffnen


Gelungener Austausch (v.l.): Karin Linde von der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung, Melanie Taube, Agnes Schwegmann vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Heide Junge, Regionalagentur OWL, sowie Petra Krause und Petra Knirsch.

Erfahrungsbericht aus erster Hand: Falk Hoffmann und Margarete Skibowski machen eine Ausbildung in Teilzeit im Fachseminar für Altenpflege in Bethel.

Teilzeitberufsausbildung in der Altenpflege 

Pflegeberufen eilt ein schlechter Ruf voraus. Dabei werden Pflegekräfte deutschlandweit händeringend gesucht. Überlastete Mitarbeiter, niedrige Bezahlung, familienfeindliche Arbeitszeiten führen zu einem verzerrten Bild der Pflegeberufe in der Öffentlichkeit. Zu einer möglichen Antwort auf diesen Missstand, der Teilzeitberufsausbildung, fand gestern im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) ein durch die Regionalagentur OWL moderierter Austausch statt.

Durch dieses Modell können junge Mütter und Väter mit familiärer Verpflichtung, die mangels Ausbildung sonst keinen Zugang zum qualifizierten Arbeitsmarkt haben, eine anspruchsvolle berufliche Tätigkeit erlangen. Dabei werden sie gefördert durch das Landesarbeitsmarktprogramm „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven eröffnen“, kurz TEP. Im TEP-Programm helfen erfahrene Bildungsträger bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, bieten Bewerbungstrainings an und begleiten die Teilnehmenden bei Start in eine Ausbildung. 

Schwerpunkt des Erfahrungsaustauschs im EvKB war die Weiterentwicklung der Pflege sowie die Ausbildungs- und Fachkräftesituation im Gesundheitswesen in Ostwestfalen Lippe. Die Regionalagentur OWL hat Arbeitsmarktakteure aus der Region zum Dialog eingeladen. Referentin Petra Krause, Leiterin der Gesundheitsschulen im EvKB, bestätigt, dass jede Unterstützung, Fachkräfte in der Pflege auszubilden, wichtig und notwendig sei. „Diese wunderbare Profession mit einer ausgeprägten Sinnstiftung – und egal ob ich sie im Krankenhaus, in der Altenhilfe oder im ambulanten Bereich ausübe – muss in der Öffentlichkeit ein positives Image gewinnen.“ 

Margarete Skibowski, Teilnehmerin des Erfahrungsaustausches und Teilzeitauszubildende im Fachseminar für Altenpflege, sieht folgenden Vorteil für sich: „An meinem alten Arbeitsplatz wurden mir nach der Elternzeit keine familienkompatiblen Arbeitszeiten angeboten. Mit der Ausbildung konnte ich mir mit 45 Jahren eine neue Berufsperspektive erschließen.“

„Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, für den Pflegeberuf motivierte Frauen und Männer aus strukturellen Gründen keine Perspektive anzubieten“, sagt Petra Knirsch. Deshalb, so die Leiterin des Fachseminars für Altenpflege in der Stiftung Nazareth, sei in der Pflege die Teilzeitausbildung ein wichtiges Thema. „Wir sind im Großraum Bielefeld der einzige Anbieter. Viele Jahre war es schwierig, unsere Kurse mit einer regulären Teilnehmerzahl zu starten.“ Zielgruppe seien hauptsächlich Menschen mit familiären Verpflichtungen, aber auch Teilnehmende, die sich mehr Zeit für die Ausbildung nehmen wollen. In der Vergangenheit hatten es diese Bewerber schwer, Arbeitgeber zu finden, die sich unter anderem bei der Dienstplangestaltung darauf einstellen wollten. „Heute schicken uns viele Arbeitgeber ihre eigenen Mitarbeitenden im Rahmen von Personalentwicklungsmaßnahmen, um ihren Bedarf an Fachkräften zukünftig überhaupt abdecken zu können.“


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