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20.12.2019

Neues Buch zu 150 Jahren Sarepta


Sareptas Leitende Schwester Anke Frickmann (v.l.), Prof. Dr. Ute Gause und Bethel-Vorstand Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong freuten sich über das Jubiläumsbuch zur Schwesternschaft. Foto: Paul Schulz

Die erste Sarepta Oberin Schwester Emilie Heuser.

Diakonissen-Alltag: Einsatz in Betheler Pflegehäusern in den 1930er Jahren. Fotos: Hauptarchiv Bethel

Mit der Veröffentlichung des Buches „Töchter Sareptas. Diakonissenleben zwischen Selbstverleugnung und Selbstbehauptung“ beschließt die Sarepta-Schwesternschaft ihr Jubiläumsjahr. 2019 wurde Sarepta 150 Jahre alt. Das Buch zum Jubiläum wurde von der Bochumer Kirchenhistorikerin Prof. Dr. Ute Gause erarbeitet.

Die neue Sarepta-Monographie stellt die Lebensläufe von drei sehr unterschiedlichen Schwestern in den Mittelpunkt und entwirft um sie herum ein lebendiges Bild der Institution und ihrer vielfältigen Arbeitsfelder. Anhand der drei Schwesternlebensläufe beschreibt Professorin Ute Gause die prägenden Phasen der Sarepta-Gemeinschaft. Von der Gründung und dem Aufbau Sareptas im 19. Jahrhundert über das breite Wirken der Schwestern in Kliniken, Behinderteneinrichtungen und der Gemeindediakonie auch überregional, bis schließlich in den 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts das klassische Diakonissen-Modell auch in Sarepta zunehmend in Frage gestellt wurde.  

Mit bislang noch kaum erschlossenen Archivmaterial werden die Lebensläufe der Frauen untersucht. Einige Briefdokumente gewähren authentischen Einblick. Im Focus stehen die erste Vorsteherin Sareptas, Diakonisse Emilie Heuser (1822-1898); eine Diakonisse aus dem erwecktem Siegerland, Anna Siebel (1874-1975), die über 40 Jahre als Gemeindeschwester im Ruhrgebiet arbeitete; schließlich die promovierte Psychologin Liese Hoefer (1920-2009), die als kritische Diakonisse für Reformimpulse Sareptas steht.

Sarepta war zeitweise die größte Diakonissenanstalt innerhalb Deutschlands. Mitte der 1930er Jahre hatte die Diakonissenanstalt Sarepta rund 2.000 Schwestern. 1953 wurde mit der Gründung der Ravensberger Schwesternschaft eine zweite Schwesternschaft unter dem Dach Sareptas eingerichtet für diakonische Schwestern. Die Ravensberger Schwestern waren eine Glaubens- und Dienstgemeinschaft, bildeten aber keine Lebensgemeinschaft mehr. Zu dieser Zeit bereits wurde das traditionelle „Modell“ Diakonisse von jungen Frauen immer weniger nachgefragt, Diakonissen traten aus der Schwesternschaft aus. 1996 hat sich Sarepta für „Diakonissen neuer Form“ geöffnet; hier geht es nur um die Glaubensgemeinschaft.

Heute bilden 361 Schwestern die Sarepta-Schwesternschaft in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die Schwesternschaft setzt sich zusammen aus 96 Diakonissen, 211 diakonischen Schwestern und 52 Diakonissen neuer Form.  

Ute Gause, Töchter Sareptas. Diakonissenleben zwischen Selbstverleugnung und Selbstbehauptung, 295 Seiten, 22,00 €, Evangelische Verlagsanstalt (EVA), Leipzig, 2019.


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