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16.01.2020

Organspende – Bundestag stimmt gegen Widerspruchslösung


Pastor Ulrich Pohl befürwortet die Widerspruchslösung.

Pastor Pohl enttäuscht über Entscheidung

Heute Mittag hat der Bundestag die Widerspruchslösung bei der Organspende abgelehnt. Gegen den Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stimmten 382 Abgeordnete, dafür 292. Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, befürwortet die Widerspruchslösung und ist nach dem Votum enttäuscht. „Es ist eine Chance vergeben worden, den betroffenen schwerkranken Menschen, die auf eine Organspende warten, besser zu helfen als bisher“, sagt er.

Stattdessen entschieden sich die Bundestagsmitglieder mit deutlicher Mehrheit für die sogenannte „erweiterte Zustimmungslösung“. Danach ist man – wie bisher – nur Organspender, wenn man zu Lebzeiten zustimmt. Aber mindestens alle zehn Jahre sollen die Bürgerinnen und Bürger auf Organspenden angesprochen werden, zum Beispiel beim Abholen eines Personalausweises. „Anscheinend haben viele den Eindruck, dass die Entscheidungslösung eine größere Freiheit für die Bürger in dieser Frage bedeutet. Ich persönlich sehe aber diese Entscheidungsfreiheit genauso bei der Widerspruchslösung“, erklärt Pastor Pohl. Jeder hätte die Freiheit gehabt, „Nein“ zu sagen.

„Aber diese Entscheidung ist demokratisch getroffen worden und natürlich absolut zu akzeptieren“, so der Bethel-Chef. Zumindest habe die Debatte um die Widerspruchslösung auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht und vielleicht den ein oder anderen zum Nachdenken angeregt. Knapp 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan.


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