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14.12.2012

Pastor Paul Gerhard Braune/Lobetal


125. Geburtstag am 16. Dezember

Der langjährige und prägende Leiter der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Pastor Paul Gerhard Braune, wäre am 16. Dezember 125 Jahre alt geworden. Von 1922 bis zu seinem Tod 1954 hat er die damaligen Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Berlin geleitet. Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft setzte sich Pastor Braune für Christen jüdischer Herkunft ein, stritt als Vizepräsident des Centralausschusses der Inneren Mission für deren Unabhängigkeit  gegenüber der NS-Volkswohlfahrt und protestierte mit einer Denkschrift gegen die nationalsozialistischen Kranken- und Behindertenmorde. Im Sommer 1940 wurde er dafür von der Gestapo für mehrere Monate inhaftiert.

In seinem Eintreten für das Lebensrecht behinderter Menschen wusste sich Paul Gerhard Braune einig mit dem damaligen Betheler Anstaltsleiter Pastor Fritz von Bodelschwingh. Beide versuchten – auch gemeinsam – bei den politischen Stellen in Berlin zu intervenieren. Es gelang ihnen, Abtransporte aus den Anstalten Lobetal und Bethel in die Vernichtungslager der Nazis zu verhindern. Pastor Braune übte nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Diakonie in der DDR aus und nahm als Präsidiumsmitglied der Generalsynode der Evangelischen Kirche in Deutschland aktiv am kirchlichen Neuaufbau teil.

Zu Paul Gerhard Braune ist jetzt eine Kurzbiographie mit Dokumenten erschienen: „Pastor Paul Gerhard Braune. Im ‚Hausgefängnis‘ der Gestapo-Zentrale in Berlin.“ Der Autor Jan Cantow, Leiter des Archivs der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, beschreibt darin den Weg Braunes vom nationalkonservativen Preußen zum christlichen Demokraten. Im Buch (Topographie des Terrors, 2012, Notizen, Band 5)  ist auch die Denkschrift von Paul Gerhard Braune gegen die „NS-Euthanasie“ enthalten.


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