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09.08.2019

Pflegefamilie und Jugendhilfe Bethel unterstützen Flüchtling


Geschafft: Zehra Arslan und Senat Rastoder sind stolz auf Abdul Rahman Al Omari (r.), der sein Fachabitur bestanden hat.

Zehra Arslan unterstützt Abdul Rahman Al Omari bei den Online-Bewerbungen für die Fachhochschule. Fotos: Paul Schulz

Eine zweite Chance für Abdul Rahman Al Omari

Stolz hält Abdul Rahman Al Omari sein Fachabitur-Zeugnis in den Händen. Noch vor drei Jahren hätte er sich das nicht vorstellen können. „Ich geh da nie wieder hin“, hatte er nach seinem ersten Schultag am Berufskolleg frustriert gesagt. Mit der Unterstützung seiner Pflegefamilie und der Jugendhilfe Bethel schaffte der junge Mann aus Syrien jetzt seinen Abschluss und beginnt ab Herbst sein Studium.

Für Abdul Rahman Al Omari war Familie Rastoder eine zweite Chance. „Er hatte keinen leichten Start in Deutschland“, blickt Zehra Arslan zurück. Sie arbeitet bei der Jugendhilfe Bethel und betreute den minderjährigen Flüchtling, der Ende 2015 ohne seine Eltern nach Deutschland kam. Damals hatte sich das Jugendamt an sie gewendet, nachdem er wegen aggressiven Verhaltens aufgefallen war. Zehra Arslan vermittelte den Jugendlichen in die Pflegefamilie nach Paderborn.

Der junge Syrer gewöhnte sich an die Regeln und half im Haushalt mit. Nur in der Schule machten ihm die sprachlichen Barrieren anfangs sehr zu schaffen. „Mein erstes Zeugnis war eine Katastrophe“, gibt er zu. Familie Rastoder und Zehra Arslan waren ihm eine große Stütze. Allmählich verbesserten sich die Noten und Abdul Rahman Al Omari fand Anschluss.

Obwohl die Begleitung der Jugendhilfe mit seinem 19. Geburtstag im vergangenem Herbst offiziell beendet wurde, stehen der ehemalige Flüchtling und Zehra Arslan immer noch in Kontakt. So unterstützte sie den jungen Mann auch bei seinen Bewerbungen für die Fachhochschule. Am liebsten würde Abdul Rahman Al Omari wie sein großer Pflegebruder in Aachen Ingenieurwesen studieren – auch wenn ihm der Abschied von seiner Pflegefamilie schwerfallen würde.


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