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24.06.2014

Projekttage der Labor- und der Mamre-Patmos-Schule


Die Schülerinnen und Schüler der Mamre-Patmos-Schule und Laborschule haben in gemischten Gruppen ihre Schulen gemalt.

Laborschullehrerin Daniela Johnen begrüßt die Gäste aus Bethel. Fotos: Reinhard Elbracht

„Doch anders sind sie nicht!“

Wenn die Türkisen mit Delfinen und Elefanten in den Garten gehen, gehört das nicht ins Reich der Fantasie, sondern ist eine fantastische Geschichte. Die Schüler-Gruppe Türkis der Laborschule in Bielefeld und die Klassen Delfin und Elefant der Mamre-Patmos-Schule in Bethel haben sich kürzlich kennen und schätzen gelernt. Im Rahmen eines dreitägigen Projekts trafen sich die Jungen und Mädchen mit und ohne Behinderung sowohl in der Betheler Förderschule als auch in der staatlichen Versuchsschule auf dem Universitätsgelände.  

Kinder sind Kinder, auch wenn sie eine Behinderung haben. Laborschülerin Vivienne schiebt Lina im Rollstuhl über einen Parcours auf dem Schulhof in Bethel. Marlin reicht Alexa ganz selbstverständlich die Hand, weil sie unsicher auf den Beinen steht, und Rebecca und Nalin sind Freundinnen geworden. „Nalin ist sehr lieb“, antwortet die Siebenjährige auf die Frage, was sie an Nalin so gerne mag. Rebecca hat schon ihre Eltern gefragt, ob sie die Telefonnummern austauschen dürfen.

Dass die Kinder Freundschaften schließen, ungezwungen miteinander umgehen und gemeinsam spielen, ist Ziel des Projekts der Laborschullehrerin Daniela Johnen. „Zu Beginn waren einige Laborschülerinnen und -schüler geschockt, als sie in die Mamre-Patmos-Schule kamen“, berichtet sie. Zwar kennen die Jungen und Mädchen Kinder mit Behinderung aus dem eigenen Unterricht. Schließlich hat die Laborschule ein inklusives Konzept. „Aber so viele Kinder mit zum Teil sehr schweren Behinderungen und im Rollstuhl – das mussten sie erstmal verarbeiten“, so die Pädagogin.

Die Verarbeitung geht schnell. Schon am zweiten Tag gibt es keine Berührungsängste mehr. Bei der Bodypainting-Aktion im Wasserraum der Mamre-Patmos-Schule toben alle gemeinsam herum. „Zuerst haben wir die Geschichte von Elmar, dem bunt karierten Elefanten erzählt. Er will grau aussehen wie alle anderen. Doch die Elefanten drehen den Spieß um. Ein Mal im Jahr gibt es ein Elmar-Fest, und dann malen sich alle bunt an“, erzählt Julia Wohlers. Die Lehrerin der Mamre-Patmos-Schule und ihre Kolleginnen haben für die Aktion ein Gemisch aus Rasierschaum und Fingerfarbe in Sprühflaschen gefüllt.

Und dann dürfen die Mädchen und Jungen im Wasserraum loslegen. Zum Glück tragen sie Badesachen. Denn in kürzester Zeit sind sie von oben bis unten mit Farbe eingesprüht. „Ich bin ein Seeungeheuer“, ruft die grüne Theresa begeistert und hüpft ausgelassen durch den Raum. Jakob nimmt einen Pinsel und bemalt die Unterarme von Rebecca. Vorsicht ist vor Leandro geboten. Denn der sprüht alles blau ein, was sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Zum Schluss werden die großen Brausen unter der Decke angestellt, und im Nu sind die Kinder wieder sauber.

Lea findet Paul ganz toll. Und es macht der Achtjährigen Freude, ihm ihre Laborschule zu zeigen. Sie lässt es sich nicht nehmen, seinen Rollstuhl persönlich über das Schulgelände zu schieben. „Paul ist behindert“, ist Lea klar. Er teilt sich auch nicht über Sprache mit. Aber sie verstehen sich trotzdem. „Alle Kinder in der Mamre-Patmos-Schule sind behindert“, stellt Lea fest. Und nach kurzem Nachdenken fügt sie hinzu: „Doch anders sind sie nicht!“


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