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01.10.2020

Psychiatrische Pflege im Fokus


Über Migration und psychische Erkrankung sprach Hasret Cetinbas. Fotos: Paul Schulz

61 Studierende nahmen vor Ort teil, 40 weitere verfolgten die Veranstaltung online.

Macht Migrationshintergrund psychisch krank?“ lautete eine der vielen Fragen, die jetzt auf dem zehnten Bielefelder Fachtag zur psychiatrischen Pflege rege diskutiert wurden. Kurze Frage, komplexe Antwort: Mit Sicherheit feststellen lasse sich lediglich, dass Migration zwar ein höheres Risiko mit sich bringe, alleine aber keine Krankheitsursache sei. Bedeutender seien individuelle Hintergründe und Erfahrungen, betonten die Referenten.

Beispielsweise unterliegen Migranten und vor allem geflüchtete Menschen einem höheren Risiko, an traumatischen Belastungsstörungen zu leiden. Trotz einiger statistisch signifikanter Tatsachen sei der Zusammenhang von Migration und Krankheit wissenschaftlich schwer zu fassen, fassten die Studierenden ihre Untersuchungen zusammen.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von einem Studienkurs der Fachhochschule für Diakonie. Vor Ort, im Betheler Assapheum, nahmen 61 Menschen unter den Corona-Umständen angepassten Bedingungen teil, online verfolgten weitere 40 Personen die Fachvorträge und brachten sich über einen Chat mit Fragen und Anmerkungen ein.

Zu den weiteren Themen des Tages zählten die tiergestützte Intervention in der Psychiatrie, die Versorgung schwer psychisch kranker Menschen im Maßregelvollzug oder eine technologische Innovation, die während Isolationsphasen Kommunikation und damit auch therapeutische Begleitung ermöglicht. So sollen Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie reduziert werden.

Auch mit der Gesundheitsförderung in der psychiatrischen Pflege setzten sich Studierende in einem Beitrag auseinander. Deutlich wurde, das psychisch kranke Menschen einer mehr als bedenklich hohen Mortalitätsrate unterliegen: Die Lebenserwartung reduziert sich um volle zehn Jahre, im Falle einer Schizophrenie sogar 20 Jahre.


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