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29.04.2020

Reha mit 3D-Technologie und virtueller Realität


Dr. Rümeysa Gündüz Can und die Doktoranden Miguel Angel Cienfuegos Tellez (li.) und Alessio D’Aquino (re.) wollen mit „Vecury“ die Physiotherapie von Patient*innen unterstützen.

Mit einer Virtual-Reality-Brille üben die Patient*innen zum Beispiel das Greifen. Fotos: Universität Bielefeld

Kooperation zwischen Universität Bielefeld und EvKB 

Wenig Zeit in der Physiotherapie, Mangel an Anleitung und oft fehlende Motivation verzögern die Erholung von Patientinnen und Patienten. Das soll sich mit dem Projekt „Vecury“ ändern: Ein Forscherteam der Universität Bielefeld entwickelt eine Virtual-Reality-Plattform, die auf die individualisierten Bewegungsmöglichkeiten von Patientinnen und Patienten mit Muskel-Skelet-Verletzungen abgestimmt ist. Auf diese Weise wird ihre Rehabilitation außerhalb der Physiotherapie unterstützt. Dafür arbeiten Dr. Rümeysa Gündüz Can und die Doktoranden Miguel Angel Cienfuegos Tellez und Alessio D’Aquino mit den Medizinern Professor Dr. Thomas Vordemvenne und Dr. Dirk Wähnert von der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) zusammen.

„Mit unserem System können Patienten selbstständig Bewegungen trainieren, indem sie die in der Rehabilitationseinrichtung durchgeführten Übungen wiederholen“, sagt Dr. Rümeysa Gündüz Can. Das System dokumentiere das Training, sodass Ärzte und Physiotherapeuten einen objektiven Überblick über den Rehabilitationsfortschritt bekommen. „Zunächst werden die Präferenzen, Erwartungen, Leistungen und die Gesamterfahrung der Patienten identifiziert. Damit ist unser System in der Lage, die Art und Intensität des Trainings auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen“, sagt Gündüz Can.

Behandelt werden sollen zunächst vor allem junge Patienten, die aufgrund von Unfällen schwere Verletzungen erlitten haben und eine umfassende Rehabilitation benötigen. „Unsere Plattform soll direkt zu Beginn einer Physiotherapie eingeführt werden, sodass die Patienten mit einem individuellen Programm ohne medizinische Aufsicht starten können.“ Dafür erfassen die Physiotherapeuten den Bewegungsbereich der Betroffenen und erstellen auf diesen Daten aufbauend einen Trainingsplan.

„Nun bereiten wir eine Machbarkeitsstudie mit unserem klinischen Partner in Bethel vor. Die Zusammenarbeit mit Bethel ermöglicht es uns, eng mit den Patientinnen und Patienten zusammenzuarbeiten und Erkenntnisse zu gewinnen, wie die technische Entwicklung unserer Plattform aus ärztlicher Sicht am besten angegangen werden kann.“

Das Projekt „Vecury“ wird für eineinhalb Jahre mit 240.000 Euro durch die Förderlinie „Startup-Transfer.NRW“ des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.


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