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13.05.2015

Secondhand-Kleidung – rund um den Globus gefragt


Der Handel mit Alt-Kleidern hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt.

"Überschuss in Deutschland, enorme Nachfrage im Ausland", sagt Andreas Voget.

Fotos: Reinhard Elbracht/Paul Schulz

Bielefeld-Bethel. Die kritische Diskussion über Altkleiderexporte aus Europa spiegelt nicht die tatsächliche Lage auf den Textilmärkten etwa in Afrika wieder. Diese Einschätzung vertrat Andreas Voget, Geschäftsführer des Dachverband FairWertung e.V., dem auch die Brockensammlung angehört. Bei der Veranstaltung „Alt-Kleidersammlung – fair und transparent, wie geht das?“, organisiert von der Brockensammlung Bethel anlässlich des 125. Jubiläums, informierte er die Besucher über Sammlung und Handel von Alt-Kleidern. Schwerpunktmäßig ging es um die Diskussion, dass der Export von Secondhand-Kleidung aus Europa die heimische Textilproduktion in afrikanischen Ländern gefährde.

Inzwischen werden 750.000 Tonnen Textilien jährlich in Deutschland gesammelt. „Fakt ist, dass der Überschuss in Deutschland einer enormen Nachfrage aus dem Ausland gegenübersteht“, sagte Andreas Voget von FairWertung. Er erklärte, dass deshalb  der größte Teil der noch tragbaren Textilien nach dem Sortieren nach Osteuropa, Afrika und in den Mittleren Osten verkauft werde. Secondhand-Kleidung sei dort sehr gefragt, da sie preisgünstig aber trotzdem von guter Qualität und modisch sei. Der Handel mit den Alt-Kleidern habe sich dort zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt. Die heimische Textilindustrie leide darunter nicht. Die Fabriken haben sich auf Nischenmärkte wie Berufskleidung spezialisiert.

Andreas Voget ging außerdem auf ein noch anhaltendes Problem der Kleidersammlung ein. Häufig sei nicht zu erkennen, wer tatsächlich hinter einer Sammlung steckt. Nicht selten überlassen gemeinnützige Organisationen ihren Namen und ihr Logo gegen eine monatliche Pauschale einem gewerblichen Sammler. Was danach mit der Kleidung geschieht, wissen die Organisationen vielfach nicht.

FairWertung hingegen engagiert sich seit 1994 für mehr Transparenz und Verantwortlichkeit beim Sammeln und Verwerten von gebrauchter Kleidung. Die FairWertung angeschlossenen Organisationen setzen sich für eine ökologisch sinnvolle, sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige Weiterverwendung der gesammelten Textilien ein. Die Erträge aus dem Textilverkauf kommen sozialen Zwecken zu Gute.


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