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28.05.2014

Staatssekretärin Iris Gleicke besuchte Bethel-Werkstatt in Bielefeld


Der 36-jährige Muhamed Ibrahim erklärt Oberbürgermeister Pit Clausen (v. l.) und Staatssekretärin Iris Gleicke im Beisein von Werkstattrat Peter Lawson seine Arbeit an der Einhandpresse in der Kabelkonfektionierung.

Staatssekretärin Iris Gleicke besuchte in Begleitung von (v. l.) Werkstattrat Peter Lawson, Bereichsleiter Udo Bröker, Geschäftsführer Reinhard Dörr und Oberbürgermeister Pit Clausen den Arbeitsplatz des 37-jährigen Martin Schmidt. Fotos: Paul Schulz

„Beschäftigungsboom geht an behinderten Menschen vorbei“

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke, besuchte heute die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Um die Teilhabechancen von behinderten Menschen zu verbessern, forderte sie eine bessere Durchlässigkeit zum ersten Arbeitsmarkt und mehr Engagement von den Unternehmen der freien Wirtschaft.

Iris Gleicke besuchte die Produktion in der Werkstatt Brokstraße und machte sich ein Bild von der beruflichen Förderung und Bildung von Menschen mit Behinderung im benachbarten Bildungszentrum Schopf in Bielefeld-Sieker. In den beiden Betheler Einrichtungen interessierte sie sich besonders für die berufliche Situation behinderter Menschen, die Auftragslage in den Werkstätten, die berufliche Qualifizierung sowie für die Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Bethel bietet im Raum Bielefeld rund 2.500 WfbM-Arbeitsplätze an.

In Begleitung der Bielefelder Bundestagsabgeordneten Christina Kampmann sprach sich die Staatssekretärin für mehr Arbeitsverhältnisse für behinderte Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt aus. Der gegenwärtige Beschäftigungsboom in Deutschland würde bei diesen Menschen nicht ankommen. „Viele Unternehmen haben keine Vorstellung, was Menschen mit Behinderung leisten können. Darum müssen vor allem die Barrieren in den Köpfen abgebaut werden. Das ist noch wichtiger, als individuelle Assistenz und eine behindertengerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen“, sagte sie.

Bethels Vorstandsmitglied Prof. Dr. Günther Wienberg und Iris Gleicke waren sich einig, dass das geplante Bundesteilhabegesetz eine wichtige Chance sei, die Teilhaben behinderter Menschen am Arbeitsleben in Deutschland bundeseinheitlich zu regeln. Damit würde auch die Wirtschaft stärker in die Pflicht genommen. „Alle reden über einen Fachkräftemangel in Deutschland. Aber dann erschließt sich mir nicht, warum eine Rollifahrerin nicht in der Buchhaltung arbeiten kann“, kritisierte Iris Gleicke.

Nach mehreren Gesprächen mit den behinderten Beschäftigten, war die Staatssekretärin „unglaublich beeindruckt von dem modernen Angebot und der enormen Vielfalt“ in den Betheler Einrichtungen. „Möge die großartige Arbeit, die hier geleistet wird, weiter fruchtbar sein für die Menschen mit Einschränkungen“, schrieb sie zum Abschied in das Gästebuch.


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