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25.04.2016

Tag des offenen Labors im EvKB Johannesstift


Früh übt sich – eine junge Besucherin schaut sich Blutkörperchen unter dem Mikroskop an.

Ein Tropfen reicht aus, um mit dem Schnelltest den Glukosekonzentration im Blut zu bestimmen.

Privatdozent Dr. Christian Jantos führt eine Besuchergruppe durch das Labor.

Die 18-jährige Verena Wessel ist beeindruckt von der Arbeit im Labor und möchte gerne ein Praktikum machen. Fotos: Manuel Bünemann/ Mario Haase

"Tatort Labor"- auf der Spurensuche im Blut und Harn

Wer schon einmal in einem Krankenhaus gelegen hat, kennt sie, die Damen mit dem weißen Tablett. Sie eilen in die Patientenzimmer, nehmen Blut ab und entschwinden ins Labor. Das befindet sich meist in den Katakomben eines Krankenhauses, da, wo keiner hinkommt, und wo das Betreten unbefugten Personen nicht erlaubt ist. Aber das war am 23. April anders. Zum ersten Mal in seiner über hundertjährigen Geschichte, öffnete das Laboratorium im Ev. Krankenhaus Bielefeld seine Türen für die Öffentlichkeit. Diese Gelegenheit nutzten rund 500 Interessierte.

„Mit diesem Ansturm haben wir nicht gerechnet“, freut sich Sandra Gruß, Leiterin des Gesundheitsmarketings im EvKB, über die gelungene Veranstaltung. Fünf Stunden war das Laboratorium während des laufenden Betriebs geöffnet. Pro Stunde kamen rund hundert Besucherinnen und Besucher. Begrüßt wurden sie an einem Stand, wo sie über das Thema Händedesinfektion informiert wurden. An der zweiten Station konnte, wer wollte, seinen Blutzuckerwert mit einem Schnelltest bestimmen lassen. Und dann ging es hinein ins Labor, in die Welt der Vollautomaten, der Mikroskope und Brutschränke.

Zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen werden im Labor gestellt. „Beispiel Herzinfarkt – der kommt in der Regel als Notfall ins Krankenhaus“, teilte Privatdozent Dr. Christian Jantos einer Besuchergruppe bei der Führung mit. Wenn der Herzmuskel geschädigt ist, setzt er ein Eiweiß frei, das sonst nicht im Blut ist, das Troponin. Wenn Troponin erhöht ist und in den folgenden Stunden immer höher steigt, dann ist die Diagnose „Herzinfarkt“ gesichert. Übrigens: Die Menge von Troponin in einem Milliliter Blut wird in Pikogramm angegeben. Das ist ein Billionstel Gramm. So sensibel sind moderne Nachweismethoden!

In der Mikrobiologie im Labor geht es auf die Suche nach schädlichen Bakterien. Sie können beispielsweise im Urin, im Stuhl oder im Auswurf zu finden sein. Die Untersuchungsmaterialien werden auf Nährböden ausgestrichen und bei 37 Grad Celsius bebrütet. Am nächsten Tag haben sich die Bakterien so stark vermehrt, dass sie als Kolonien mit dem bloßen Auge sichtbar sind. Über 100.000 Proben gehen pro Jahr in der Bakteriologie ein.


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