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01.12.2017

Welt-AIDS-Tag


Mit der roten Schleife bekunden Menschen am 1. Dezember in allen Ländern ihre Solidarität mit den Erkrankten.

Dr. Ulrich Pfaff machte sich stark für eine AIDS-Station in der Klinik Mara. Foto: EvKB

Heute werden fast alle HIV-Patienten ambulant behandelt. Foto: Paul Schulz

Trotz Behandlungserfolge – HIV ist nicht besiegt

Heute ist Welt-AIDS-Tag. Seit 1988 bekunden Menschen am 1. Dezember in allen Ländern mit roten Schleifen ihre Solidarität mit den Erkrankten. Die todbringende HIV-Infektion erreichte Deutschland Anfang der 1980er Jahre und machte auch vor Bethel nicht Halt. „Dem ersten HIV-Patienten in Bethel bin ich 1985 begegnet“, erinnert sich Dr. Ulrich Pfaff, der gerade die Stelle als leitender Oberarzt in der Abteilung für Innere Medizin in der Klinik Mara II angetreten hatte. Der Patient war geistig behindert und Bluter. Er hatte sich über eine Bluttransfusion infiziert.

AIDS galt anfangs fälschlicherweise als reine Schwulen- und Fixerkrankheit, weil fast ausschließlich homosexuell aktive Männer und drogenabhängige Menschen betroffen waren. Auslöser der Krankheit ist der HI-Virus, der die körpereigene Abwehr schwächt. Erreger aller Art haben ein leichtes Spiel. Ohne Therapie nimmt die Immunschwäche zu. Die Patienten leiden unter immer mehr schweren Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder chronischen Darminfektionen. Erst dann spricht man von AIDS.

Anfangs gab es keine wirksame Behandlung. „Viele unserer Patienten starben. Das war sehr belastend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Dr. Ulrich Pfaff rückblickend. Der Mara-Internist machte sich stark für eine AIDS-Station in der Klinik. 1989 wurden die ersten Patienten stationär aufgenommen.

Dr. Pfaff erlebte hautnah die Fortschritte in der HIV-Behandlung mit. In den 1990er Jahren konnte der Virus durch eine Kombinationstherapie in Schach gehalten. Die Patienten lebten um ein Fünffaches länger als noch in den 1980 Jahren.  Allerdings hatten die Medikamente erheblich Nebenwirkungen, die die Lebensqualität enorm beeinträchtigten. „Heute reicht eine Tablette am Tag. Bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn haben HIV-Infizierte eine normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität“ informiert Dr. Pfaff.

Über ein neues Phänomen berichtete die renommierte medizinische Fachzeitschrift „Lancet“ in ihrer September-Ausgabe 2017. Während in Europa bei jüngeren Menschen die Neudiagnosen bei HIV-Infektionen in einem Zeitraum von über 10 Jahren um etwa vier Prozent angestiegen sind, sind es bei der Generation 50 plus doppelt so viele. Vor allem heterosexuelle Menschen im reiferen Alter sind von den Neuinfektionen betroffen. Weil Verhütung keine Rolle mehr spielt, haben sie mit neuen Partnern ungeschützten Verkehr. Weltweit sind zirka 37 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Heilbar ist die Immunschwäche-Krankheit bis heute nicht.


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