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13.08.2019

Werkstätten in Bewegung gebracht


Werkstätten in Bewegung: Angeleitet von Forschenden der Universität lernen die Mitarbeitenden der Werkstatt Übungen für die Bewegungspause. Foto: Paul Schulz

Projekt zu Gesundheitsförderung

Krankheiten vorbeugen und die Gesundheit stärken, damit sozial benachteiligte Menschen die gleichen gesundheitlichen Chancen haben wie alle anderen: So sieht es das 2015 bundesweit in Kraft getretene Präventionsgesetz vor. Wie können Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) arbeiten, gezielt im Sinne ihrer Gesundheit gefördert werden? Dazu forscht ein Team von Gesundheitswissenschaftlerinnen und Gesundheitswissenschaftlern der Universität Bielefeld im Projekt „Wir bewegen Werkstätten“ gemeinsam mit den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

In der ersten Projektphase befragten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Menschen mit und ohne Behinderungen, die in zwei Bielefelder Werkstätten arbeiten. „Ihnen fehlen Angebote und Hilfestellungen im Sinne von gesunder Ernährung, Bewegung und Möglichkeiten zum Stressabbau“, sagt Jennifer Linnemann, die im Team der Universität Bielefeld forscht. Ausgehend von diesen drei Handlungsfeldern werden gemeinsam mit und für die Beschäftigten Angebote konzipiert, fortlaufend bewertet und überarbeitet.

Drei Beispiele zeigen, wie die Wissenschaftler die Gesundheit der Werkstatt-Beschäftigten und –Mitarbeitenden fördern:

Ernährung
Die Befragung machte deutlich, dass es vielen Menschen in den Werkstätten schwerfällt, gesunde von ungesunden Gerichten in der Kantine unterscheiden zu können. Aktuell arbeitet die Forschergruppe an einem Konzept, das den Beschäftigten dabei hilft, die bewusste Entscheidung für ein bestimmtes Gericht zu ermöglichen.

Bewegung
Oft nannten die Beschäftigten und Mitarbeitenden Rücken- und Nackenbeschwerden als Folge von zu langem Sitzen und zu wenig Bewegung während der Arbeit. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler testen daher Bewegungspausen in den Werkstätten: kurze angeleitete Bewegungseinheiten, bei denen verspannte Muskeln gelockert werden.

Stress
Im Arbeitsalltag gibt es bisher nur wenige Möglichkeiten für Rückzug oder Entspannung. Gemeinsam mit den Beschäftigten probieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Entspannungstechniken aus und prüfen ihre Wirksamkeit.

„Das Projekt sorgt für Bewegung im Arbeitsalltag, das tut uns allen gut und baut Stress ab. Wir erreichen mit dem Projekt Mitarbeitende mit und ohne Behinderung; mehr Inklusion geht nicht“, sagt Martin Henke, Geschäftsführer des Stiftungsbereichs proWerk. Durch die Kooperation mit der Universität Bielefeld erhalte Bethel frische Impulse und hilfreiche Anregungen.

„Ein Ziel ist zudem, die konkreten Maßnahmen für die Bielefelder Werkstätten für behinderte Menschen so weiterzuentwickeln, dass ein Leitfaden für Gesundheitsförderung und Prävention für Werkstätten generell entsteht“, sagt Jennifer Linnemann. Das Projekt „Wir bewegen Werkstätten“ läuft über einen Zeitraum von insgesamt drei Jahren noch bis Ende 2020. Es wird vom Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) gefördert.


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