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29.05.2019

Wichernpreis für Dr. Melissa Henne


Dr. Melissa Henne (2.v.l.) nahm den Wichernpreis von Ulrich Lilie und Maria Loheide entgegen. Prof. Dr. Martin Büscher (l.) hielt die Laudatio.

Dr. Melissa Henne wurde in Berlin für ihre Dissertation mit dem Wichernpreis der Diakonie ausgezeichnet. Für ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Technik, die begeistert!?“ setzte sich die Projektleiterin von „Bethel.Rheinland“ mit der Frage auseinander, wie diakonische Träger dem zunehmenden Einsatz von Assistiven Technologien unter ethischen Gesichtspunkten begegnen können. Einerseits können diese Techniken die Arbeit erleichtern, andererseits besteht die Gefahr, dass sie echte menschliche Zuwendung und emotionale Beziehungen ersetzen sollen. „Das wird die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre für alle diakonischen Träger“, sagt Dr. Henne. „Die technischen Möglichkeiten entwickeln sich wahnsinnig schnell. Man sollte sie aber nicht einsetzen, nur weil sie möglich sind. Wir müssen prüfen, ob es einen wirklichen Bedarf gibt“, fasst die Preisträgerin zusammen.

Derzeit sondiert die Bethel-Mitarbeiterin in Düsseldorf im Auftrag des Stiftungsbereichs Bethel.regional den Bedarf und die Möglichkeiten für Bethel-Angebote im Rheinland. Zuvor war sie in der Stabsstelle Unternehmensentwicklung in Bielefeld tätig. Für ihre Doktorarbeit forschte sie fünf Jahre berufsbegleitend. Beim Einsatz von technischen Unterstützungssystemen in der täglichen Arbeit gehe es nicht um die Entscheidung zwischen Ja oder Nein, Schwarz oder Weiß. „Ethik muss nicht alles verneinen“, sagt Dr. Melissa Henne. Dass der Einsatz von technischen Hilfssystemen viele Chancen bietet, hat sie bei Projekten gelernt, die sie in Bethel begleitet hat. „KogniHome“ oder „Kompass“ mit dem Avatar „Billie“ hätten gezeigt, wie nützlich technische Hilfen gerade für Menschen mit Behinderungen sein könnten.

Verliehen wurde der Wichernpreis im Rahmen des Jahresempfangs der Diakonie Deutschland durch Diakoniepräsident Ulrich Lilie und Vorstandsmitglied Maria Loheide. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis wird alle zwei Jahre vergeben und ist vom 2015 verstorbenen Theologieprofessor Dr. Alfred Jäger (Bielefeld-Bethel) gestiftet worden. Der Namenspatron, Johann Hinrich Wichern (1808–1881), gründete im 19. Jahrhundert die Innere Mission der Evangelischen Kirche, aus der die heutige Diakonie hervorgegangen ist.


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