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23.11.2018

Wittenberger Gespräche zur Personalgewinnung


Zu einem Austausch im Cranach-Haus trafen sich (v. l.) Diakon Joachim Hood, Personal und Bildung Sarepta Nazareth, Professor Dr. Thomas Zippert, Fachhochschule der Diakonie, Unternehmensberaterin Annemarie Kiefer, Dietmar Kokott, Stephan Zöllner M.A., Petra Krause und ihre Assistentin Franziska Brunning, Heike Jennert, Leiterin der kaufmännischen Ausbildungen in Bethel, und Michelle Niemeyer.

Fotos: Burg

Die Personalgewinnung in Zeiten des Fachkräftemangels stand im Mittelpunkt der 14. Ausgabe der Wittenberger Gespräche. Anfang November trafen sich Bethel-Vertreter mit Unternehmern, Beratern und Personalexperten im „Großen Malersaal“ des historischen Lucas-Cranach-Hauses. Die Leitfrage des Tages lautete: „Was kann Diakonie von Wirtschaft lernen?“

In die Lutherstadt geladen hatte Stephan Zöllner von der Betheler Begegnungsstätte in Wittenberg. Er hatte sich vornehmlich mit der Frage befasst, wie aus Mitarbeitenden Unternehmensbotschafter werden können. Nur wer authentisch aus den Leitungsebenen eine nach den christlichen Grundwerten orientierte Wertehaltung erfahre, wird mit positiver Grundhaltung und Signalwirkung eine Botschafterrolle einnehmen, ist Stephan Zöllner überzeugt.

Diskutiert wurden Erfahrungen im Personalmarketing oder Projekte zur Entwicklung von Arbeitgebermarken in Diakonie und Wirtschaft. Mit dem Thema Führungskräfte setzten sich gleich mehrere Referenten auseinander. Petra Krause, Leiterin der Gesundheitsschulen am Ev. Klinikum Bethel, präsentierte eine Studie, nach der Pflegefachkräfte häufig aufgrund eines negativen Eindrucks des zukünftigen Vorgesetzten im Bewerbungsgespräch der Einrichtungen eine Absage erteilten. Daniel Hannemann, Gründer und Geschäftsführer der Wittenberger Firma Tesvolt, postulierte eine radikale Lösung: Führen ohne Führungskräfte. Die klassische Hierarchiepyramide sei in einer komplexen Arbeitswelt nicht mehr tauglich. Der erfolgreiche Jungunternehmer hält mit der Idee einer sich evolutionär entwickelnden Organisation dagegen, deren Mitarbeitende Entscheidungen selbst treffen.

Dietmar Kokott, ehemaliger Spitzen-Personaler des weltgrößten Chemiekonzerns, war anderer Meinung. Die vielfache Regelüberfrachtung werde zukünftig sicher abnehmen, aber ohne „Top-Down“-Prozesse seien große Unternehmen nicht steuerbar.


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