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10.03.2010

Zivildienst freiwillig verlängern?


Zivildienst-Beauftragter besucht Bethel

Bielefeld-Bethel. Am Mittwoch, 10. März, besuchte der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Dr. Jens Kreuter, gemeinsam mit dem Präses der Ev. Kirche von Westfalen, Alfred Buß, die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

 

Im Betheler Assapheum wurden (v. r.) Dr. Jens Kreuter und Präses Alfred Buß von dem Bethel-Vorstandsvorsitzenden Pastor Ulrich Pohl begrüßt.







In Gesprächen mit derzeit aktiven und ehemaligen Zivildienstleistenden in Bethel kam es zu einem angeregten Gedankenaustausch über grundsätzliche Fragen des Zivildienstes, seiner für 2011 geplanten Verkürzung auf sechs Monate und Möglichkeiten, den Pflichtdienst durch einen freiwilligen sozialen Dienstes direkt im Anschluss zu verlängern. „Hier liegt für uns die Zukunft“, betonte Präses Buß. Doch ein Anschlussdienst müsse unkompliziert zugänglich und sozial abgesichert werden. Hier erwarte man vom Gesetzgeber möglichst bald Klarheit und zuverlässige Antworten. „Mittel, die durch die beschlossene Kürzung frei werden, sollen unserer Gesellschaft über den Freiwilligen Dienst zugute kommen“, forderte Präses Alfred Buß.

13 Zivildienstleistende aus Bethel beteiligten sich an dem Gedankenaustausch mit Dr. Jens Kreuter und Präses Alfred Buß.






In den Gesprächen wurde deutlich, dass die meisten Zivildienstleistenden den Dienst in Bethel als wertvolle und prägende Erfahrung empfinden. Als einen „Blick in das wahre Leben“ bezeichnete Marian Turowski seine fast abgeschlossene Zivildienst-Zeit. So habe er bei seiner Arbeit im Epilepsiezentrum Bethel Menschen kennengelernt, die unverschuldet in eine schwierige Situation kamen. „Da habe ich gemerkt, dass ich selbst auf der Sonnenseite stehe.“ Jeder, ist Marian Turowski überzeugt, könne aus dem Zivildienst etwas mitnehmen. Ein Kollege stimmte zu – die Betreuung von Menschen mit Behinderung sei für ihn eine persönliche Bereicherung und „extrem positiv“: „Vorher hatte ich überhaupt keinen Zugang zu diesen Menschen“, so der junge Mann.

In Bethel wurde Zivildienstgeschichte geschrieben. Hier traten 1961 die ersten Zivildienstleistenden Deutschlands ihren Dienst an. Auch heute noch ist Bethel mit rund 100 Plätzen eine der größten Zivildienst-Einrichtungen in Deutschland. Zudem nehmen weitere 200 junge Männer und Frauen am freiwilligen „Betheljahr“ teil. „Bethel braucht ihren jugendlichen Schwung und ihre Innovationskraft“, würdigte Pastor Ulrich Pohl die große Bedeutung des Zivildienstes – „nicht nur für die Einrichtungen, sondern auch für unsere Gesellschaft“. Hier werde ein bedeutender Beitrag zum deutschen Sozialwesen geleistet.


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