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Bundesminister als Pflege-Praktikanten

„Anpacktag“ für Franziska Giffey und Hubertus Heil

Kostüm und Krawatte gegen Kasack tauschten Franziska Giffey und Hubertus Heil am Donnerstag, 24. Januar, im Lazarus-Haus der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in Berlin-Mitte. Beim „Anpacktag“ waren die Familienministerin und der Arbeitsminister als Pflege-Praktikanten im Einsatz. Tatkräftig wirkten die Bundespolitiker in der Altenpflege mit.

Unter Anleitung der Fachkräfte reichten Franziska Giffey und Hubertus Heil Essen, waren in der Grundversorgung tätig und tauschten sich mit Pflegekräften aus. Im Wohnbereich B1 erfuhren die Minister aus erster Hand, welche Anforderungen die Arbeit in der Pflege mit sich bringt, was die Mitarbeiterinnen beschäftigt und was die Pflegekräfte von der Bundesregierung erwarten.


„Gute Politik beginnt mit Betrachten der Wirklichkeit“, betonte Franziska Giffey im Anschluss an ihre Hospitation. Deshalb sei sie in die Einrichtung an der Bernauer Straße gekommen. „Es ist ein riesen Unterschied, ob man nur über etwas redet oder selbst mitgemacht hat.“ Außerdem habe sie erfahren, wie viel mehr Pflege bedeute als „satt und sauber“. „Das ist ein sehr professioneller Beruf, der auch viel Herzblut abverlangt“, drückte auch Hubertus Heil seine Anerkennung aus. Daher müssen Arbeitsbedingungen und Entlohnung deutlich verbessert werden: „Wertschätzung drückt sich auch in der Lohntüte aus“, so der Politiker.

Ebenfalls auf dem Programm stand ein Besuch der benachbarten Lazarus-Schulen. Hier nahmen Franziska Giffey und Hubertus Heil am Altenpflege-Unterricht teil, sprachen mit Pflegeschülern und erfuhren von Kinästhetik-Expertin Brigitte Tritschler, wie man rückenschonend arbeitet.

Bereits im vergangenen Juli hatten sich die Bundesminister gemeinsam mit Gesundheitsminister Jens Spahn im Lazarus-Haus getroffen und die „Konzertierte Aktion Pflege“ ins Leben gerufen. Dabei hatten sie verabredet, binnen eines Jahres ein Bündel von Maßnahmen zur Beendigung des Pflegenotstandes auf den Weg zu bringen. Die Arbeitsbedingungen, die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben sowie die Bedingungen für die Pflege in häuslicher Umgebung sollen sich verbessern. Damals kündigten die Politiker an, die Lobetal-Einrichtung erneut zu besuchen, um Einblicke in die praktische Arbeit zu erhalten. Dieses Versprechen wurde nun eingelöst.

Fotos: Christian Weische

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