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11. Februar 2019

Luftballon-Aktion

Minister Laumann besuchte das Kinder- und Jugendhospiz Bethel

Zum gestrigen Tag der Kinderhospizarbeit besuchte der NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, das Kinder- und Jugendhospiz Bethel. Bethels Vorstandsvorsitztender Pastor Ulrich Pohl, Einrichtungsleiterin Ulrike Lübbert und Pflegedienstleiterin Brigitte Kramer informierten über die Arbeit und führten den CDU-Politiker durch das Haus. Beim Rundgang bekam der Minister auch Gelegenheit, mit Gästen zu sprechen.

Besonders betroffen machte Karl-Josef Laumann die Schilderung von Sandra Meyer, die für die aufwendige Versorgung ihres schwerstkranken Sohnes Jaden-Lee Tag und Nacht im Einsatz ist. „Ich habe zwar eine Zusage von der Krankenkasse für einen ambulanten Pflegedienst, aber aufgrund des Fachkräftemangels kommt oft niemand“, berichtete sie. Die Zeit im Hospiz sei für die alleinerziehende Mutter von drei Kindern eine Auszeit vom anstrengenden Alltag. Zu der intensiven Pflege und Versorgung kämen dann noch die bürokratischen Hindernisse. „Man kämpft um jedes bisschen“, ergänzte Nicole Ibing – ob Windeln, Lernhilfen oder Medikamente. Sie ist zurzeit mit ihrer Tochter ebenfalls im Kinder- und Jugendhospiz zu Gast.

Sandra Meyer schildert Karl-Josef Laumann ihren Alltag mit ihrem Sohn Jaden-Lee.
Pastor Pohl, Brigitte Kramer und Ulrike Lübbert (r.) führen den Politiker durchs Haus.
Minister Laumann trägt sich ins Gästebuch des Kinder- und Jugendhospizes Bethel ein.
Karl-Josef Laumann und Pastor Ulrich Pohl richten einige Worte an die Familien und Mitarbeiter.
Ines Wulfert (l.) mit Sohn Dean-Michael und Sandra Meyer im Gespräch mit Karl-Josef Laumann.
Eltern, Kinder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ließen gemeinsam mit dem Politiker Ballons in den Himmel steigen.

Abseits der Aufenthalte im Hospiz bleibe die Belastung für pflegende Angehörige für den Rest der Zeit enorm hoch. „Vier Wochen Kinderhospiz sind eine Sache, aber was ist mit den übrigen elf Monaten“, resümierte der NRW-Minister. Er versprach den betroffenen Familien, sich Gedanken zu machen. Nicht alle Fragen würden sich in Behandlungsrichtlinien fassen lassen. „Man kann Sozialpolitik nicht nur in Gesetze packen, dazu benötigt es auch Barmherzigkeit und Vertrauen“, betonte Karl-Josef Laumann.

Ein Höhepunkt des Minister-Besuches war die Luftballon-Aktion am Mittag: Eltern, Kinder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ließen gemeinsam mit dem Politiker weiße Ballons mit grünen Bändern der Hoffnung in den Himmel steigen. Auch an allen anderen Standorten von Kinderhospizen in Deutschland wurden um Punkt Zwölf Uhr Ballons in die Lüfte geschickt. Mit dem Tag der Kinderhospizarbeit und den angeschlossenen Aktionen soll die Bevölkerung bundesweit auf diese besondere Arbeit aufmerksam gemacht werden. Er wird am 10. Februar in Deutschland seit 2006 begangen.

Fotos: Christian Weische

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