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27.6.2017

Projektabschluss KogniHome

Unterstützen, nicht bevormunden

Gabriele Albrecht-Lohmar vom Bundesforschungsministerium informierte sich bei Prof. Dr. Helge Ritter und Prof. Dr. Günther Wienberg über das innovative Wohnprojekt.
Gabriele Albrecht-Lohmar vom Bundesforschungsministerium informierte sich bei Prof. Dr. Helge Ritter (l.) und Prof. Dr. Günther Wienberg über KogniHome.

Eine rundum vernetzte Wohnung ist in Bielefeld-Bethel entstanden: Nach dreijähriger Projektphase ist die Forschungswohnung an der Gadderbaumer Straße nun Realität. Jetzt wurde das innovative Leuchtturm-Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Beteiligt waren Bethel sowie insgesamt 13 weitere Partner aus Industrie, Dienstleistung und Forschung in Ostwestfalen. Koordiniert wurde das Projekt vom Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld.

Dirk Weber ist einer der ersten Nutzer der Forschungswohnung.
Dirk Weber aus dem Piksl-Labor Bielefeld ist einer der ersten Nutzer der Forschungswohnung.

Im August 2014 startete der Innovationscluster KogniHome mit dem Ziel, Technik für die Wohnung der Zukunft zu entwickeln. Nach intensiven Vorarbeiten wurde vor einem Jahr eine gewöhnliche Mietwohnung am Bethel-Eck ausgewählt und eingerichtet. Deren Räume sind jetzt zwar vollgepackt mit Technik, die allerdings in der Lebenswelt der Bewohner weitgehend unsichtbar ist. Bei den elektronischen Helfern handelt es sich sowohl um Prototypen aus den Laboren und Werkstätten der Projektpartner, als auch um clever eingebundene Standard-Elektronik wie etwa Bauteile von Videospiel-Konsolen.

Petra Sadra wird von dem "mitdenkenden" Spiegel erkannt.
Petra Sadra, ebenfalls Piksl-Labor Bielefeld, wird von dem "mitdenkenden" Spiegel erkannt.

„Jeder Menschen soll frei wählen können, wo und mit wem er wohnt“, sagt Professor Dr. Günther Wienberg, stellvertretender Bethel-Vorstandsvorsitzender. „Und Menschen mit einer Behinderung oder Senioren wollen mit großer Mehrheit in einer eigenen Wohnung leben.“ Um diesen Wunsch zu unterstützen, muss das Inventar manchmal „mitdenken“: Etwa der große, mitdenkende Spiegel im Flur, gleich neben der Eingangstür: Er ist mit der Ankleide verknüpft und sorgt dafür, dass beim Verlassen der Wohnung nichts vergessen wird. Außerdem informiert er über Wetter, Termine und sogar über die nächsten S-Bahn-Verbindungen. Ganz wichtig: Die Technik muss sich intuitiv bedienen lassen und auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen, ohne dabei zu bevormunden. So soll in der Küche beispielsweise selbst gekocht werden, doch ein „Spur-halte-Assistent“ gibt Hinweise, wenn der Nutzer etwas falsch macht.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte das Projekt mit acht Millionen Euro. Teil des Projekts ist auch das benachbarte Piksl-Labor Bielefeld, ein niedrigschwelliges Angebot zur digitalen Teilhaben.

Fotos: Schulz

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