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Gedenken an den Jahrestag des Mauerfalls

Vertreter aus Politik und der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel stehen am Denkmal.
Vertreter aus Bethel, der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, dem Haus Lazarus, der Adalbert Stiftung und der Politik gedachten am Denkmal der Visegrád-Staaten dem 30. Jahrestag des Mauerfalls, darunter auch Bethels Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Ingeborg von Schubert (7. v. l.), und Pastor Ulrich Pohl.

30 Jahre ist es her, dass die Berliner Mauer fiel. Auch in Betheler Einrichtungen wurden am vergangenen Wochenende dieses besonderen Datums, der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung gedacht. Neben dem Erinnern in Gottesdiensten und Zeitzeugen-Gesprächen markierte politisch der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Berliner Lazarus-Haus den Höhepunkt der Feierlichkeiten am 9. November.

Gemeinsam mit den Staatspräsidenten Polens, Ungarns, Tschechiens und der Staatspräsidentin der Slowakei legte der Bundespräsident am Visegrád-Denkmal vor dem Lazarus-Haus an der Bernauer Straße Rosen nieder. Das Denkmal steht auf dem Grundstück des Lazarus-Hauses und erinnert daran, welchen Beitrag die Visegrád-Staaten für den Fall der Mauer leisteten. Vom Standpunkt des Denkmals vor dem Lazarus-Haus sind es nur wenige Meter bis zum einstigen Todesstreifen zwischen Ost und West.

Aufnahme der Bernauer Straße aus dem Jahr 1970.
Fast 30 Jahre lang trennte die Berliner Mauer Osten und Westen – unter anderem auch entlang der Bernauer Straße, an der das Haus Lazarus gelegen ist.
Staatspräsidenten legen Rosen am Denkmal nieder.
Zuzana Čaputová (v. l.), Miloš Zeman, János Áder und Andrzej Duda, Präsidentin und Präsidenten der Visegrád-Staaten Slowakei, Tschechien, Ungarn und Polen, legten gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Visegrád-Denkmal vor dem Lazarus-Haus Rosen nieder.
Pastor Pohl auf der Kanzel.
Pastor Ulrich Pohl nahm in seiner Predigt Bezug auf die Rolle des Glaubens zu Zeiten der DDR.

Den Auftakt der Betheler Feierlichkeiten bildete am Abend zuvor ein Gottesdienst zum Danken und Erinnern in der Lazarus-Kapelle. In seiner Predigt bezog sich Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl darauf, wie wichtig es sei, in schwierigen Zeiten den Glauben zu wahren. Während des DDR-Regimes sei die Kirche Ort der Zuflucht und Ermutigung gewesen. Der Glaube habe maßgeblich dazu beigetragen, den Geist der Friedfertigkeit und der Gewaltlosigkeit aus den Kirchen heraus auf die Straßen zu tragen.

Martin Wulff im Gespräch mit Rita Süssmuth.
Unter den Besucherinnen und Besuchern des Gottesdienstes war neben Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, auch die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth.
Gottesdienst in der Lazarus-Kapelle
Die Lazarus-Kapelle an der Bernauer Straße befindet sich nur wenige Meter vom ehemaligen Todesstreifen zwischen Ost- und West-Berlin entfernt.

Beim anschließenden Empfang mit rund 160 Gästen aus Kirche, Diakonie und Politik im Haus Lazarus erinnerte Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, an die Konsequenzen des Mauerbaus und an die Bemühungen, die knapp 30 Jahre später das Ende der Teilung herbeiführten. Viele hätten ihre Freiheit und ihr eigenes Leben riskiert, damit auch andere heute in Freiheit leben könnten und keine Angst davor haben müssten, ihre Meinung zu sagen.

Publikum
160 Gäste waren zum Gottesdienst und dem anschließenden Empfang im Haus Lazarus geladen.
Martin Wulff beim Festakt.
Martin Wulff begrüßte die Gäste beim Festempfang.
Zeitzeuge beim Erzählcafé
Im Bonhoeffer-Haus der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal schilderten Zeitzeugen in einem Erinnerungscafé ihre Eindrücke aus der Zeit der deutschen Teilung und des Mauerfalls.
Redner Jörg Hildebrandt
Jörg Hildebrandt schilderte seine Eindrücke von den Ereignissen rund um den Mauerfall.

Ihre ganz persönlichen Eindrücke von den Ereignissen rund um den Fall der Mauer teilten Hörfunkjournalist Jörg Hildebrandt und Pfarrer Dr. Werner Krätschell mit den Gästen. Auch Jörg Hildebrandt, Witwer der früheren Politikerin und Ministerin Regine Hildebrandt, unterstrich die Rolle der Kirche als Ort der Zuflucht. „Verschiedenste Gruppierungen fanden dort ihren Schutzraum“, sagte er. Die Menschen hätten darauf vertrauen können, in den Kirchen Geborgenheit und seelsorgerischen Beistand zu finden. „Die wussten, dass dort Pfarrer sind, die sich kümmern.“ Auch außerhalb von Berlin, in Lobetal und Bielefeld-Bethel, gab es am Samstag und Sonntag Gesprächsrunden mit Zeitzeugen des Mauerfalls.

Fotos: Wolfgang Kern und Raimund Müller

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