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Hauptstadtkongress 2018

Digitalisierung ohne ethische Grenzen?

Über die Folgen der Digitalisierung für die Medizin und das Gesundheitswesen wurde jetzt beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2018 intensiv diskutiert. Den Input für eine Podiumsdiskussion im CityCube Berlin, die federführend von Bethel organisiert wurde, gab der SPIEGEL-Korrespondent Thomas Schulz. Er recherchiert seit vielen Jahren im Silicon Valley in den USA – dort, wo Wissenschaftler aus aller Welt an der künstlichen Intelligenz für den medizinischen Einsatz tüfteln.

Die ethisch-moralische Seite bei der Diskussion vertraten der Präsident der Berliner Ärztekammer, Dr. Günther Jonitz, der Vorsitzende Geschäftsführer des Ev. Klinikums Bethel (EvKB), Dr. Rainer Norden, und Uwe Kropp, Pflegedirektor des Ev. Krankhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH). Moderiert wurde der Talk von Fernsehmoderator Jörg Thadeusz.

 

Thomas Schulz mahnte, dass der Fortschritt im Silicon Valley exponentiell schnell passiere. Es bleibe kaum Zeit für ethische Debatten. Es werde zum Beispiel mit Hochdruck an digitalen Früherkennungssystemen gearbeitet, die von ausgeklügelten Algorithmen betrieben würden. Auch die Entwicklung neuer Krebstherapien sei letztlich nur eine Sache von Rechenleistung – davon seien die klugen Köpfe in den USA überzeugt.

Dr. Rainer Norden wertet den digitalen Wandel grundsätzlich als großen Fortschritt. Dennoch sei es wichtig, bei allen revolutionären Veränderungen die Bedürfnisse der Patienten aber auch der Ärzte und Pflegekräfte nicht zu vergessen. Menschliche Zuwendung bleibe im Krankenhaus entscheidend. Auch der Berliner Ärztekammer-Präsident glaubt nicht, dass Algorithmen alle gesundheitlichen Probleme lösen können. Der Zweck der Digitalisierung dürfe einzig sein, der Patientenversorgung zu dienen. Und dafür müsse der Nachweis erbracht werden.

Die Podiumsdiskussion war für Bethel ein Höhepunkt bei der größten Fachmesse der Medizinbranche. Aber auch der „Bethel-Stand“ entwickelte sich zu einem Mittelpunkt für viele Messe-Besucher. Hier präsentierten sich das EvKB und das Krankenhaus Mara aus Bielefeld und das KEH, das Krankenhaus Tabor und die Friedrich-von-Bodelschwingh-Klinik aus Berlin und Brandenburg.

Fotos: Mario Haase

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