v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen

Feinste Öle aus der Textilfabrik

Neues Qualifizierungsangebot in Hagen


Nur ein Surren ist zu hören. Leise treibt der Elektromotor die rotierende Schnecke der kleinen Ölmühle an, die langsam, aber kontinuierlich Bio-Saat durch einen Kanal presst. Aus dessen Ende quillt graubrauner Trester, und an der Unterseite der tischgroßen Apparatur ergießt sich das flüssige Gold träge in einen Sammelbehälter, um das es in der „Homborner Ölmühle“ natürlich geht: Kaltgepresste Speiseöle feinster Qualität.

Moritz Vogel (l.) und Stefan Linse leiten das „Handwerk“. Fotos: Christian Weische
Moritz Vogel (l.) und Stefan Linse leiten das „Handwerk“. Fotos: Christian Weische

Bethels Ölmühle in Hagen ist Bestandteil des „Handwerk“, eines neuen und vielfältigen Beschäftigungsangebots von Bethel.regional auf dem „Elbersgelände“. Einst war die Textilfabrik Elbers der wirtschaftliche Motor der Stadt. Doch nach dem Aus 1996 wurde das weitläufige Areal umgewidmet. Heute befinden sich hier Restaurants und Kneipen. Mitten drin im Ausgehviertel hat Bethel.regional einen Standort aufgebaut, der organisatorisch zu den Homborner Werkstätten zählt und zu dem seit einem halben Jahr ein Café, eine Verkaufsfläche für regionale Produkte und eben die Ölmühle gehören.

Für die neun Beschäftigten könnte das „Handwerk“ zum Sprungbrett auf den ersten Arbeitsmarkt werden: „In Hagen gibt es einen Bedarf an Arbeitskräften, sowohl im Einzelhandel als auch in der Gastronomie“, weiß der pädagogische Leiter Moritz Vogel. Insgesamt sind in den Homborner Werkstätten etwa 140 Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychische Krankheiten beschäftigt. Hauptstandort ist die Breckerfelder Zurstraße.

Die doppelte Deckenhöhe und der moderne Industrie-Chic prägen das Ambiente des luftigen Ladenlokals. Das sich hier, auf rund 300 Quadratmetern, vormals ein Café der Kirchengemeinde befand, bezeugen noch die hüfthohen Holzverblendungen an Wänden und Theke, die aus alten, sorgfältig wiederaufbereiteten Kirchenbänken gefertigt wurden. Durch ein großes Fenster erhalten Kunden und Gäste Einblick ins „Hinterzimmer“, in dem die elektrischen Mühlen leise surren. Rund fünf Liter schimmerndes Öl werden in einem Durchlauf hergestellt. Zwei Mal pro Woche wird gepresst, die Menge orientiert sich nach dem aktuellen Bedarf: „So erhalten die Kunden immer garantiert frisches Öl“, betont Produktionsleiter Stefan Linse. Theoretisch könnten bis zu 2.000 Liter im Jahr produziert werden.

© 2020 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel