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Gästebuch

Dienstag, 02-07-19 11:10

Doris Gollé aus Tegernsee

Heute möchte ich mich einmal dafür bedanken, dass ich immer, wenn ich eine Sendung für Bethel geschickt habe, sei es Briefmarken oder Sachspenden für die Brockensammlung, von Herrn Pastor Pohl einen sehr persönlich abgefassten Dankesbrief bekomme. Jedesmal bin ich darüber erstaunt und erfreut. Bei einer so großen Einrichtung wie Bethel erwartet man eine so persönliche Ansprache nicht unbedingt. Nochmals danke dafür!
Im Fernsehen habe ich eine Sendung über das Roncalli-Zirkusprojekt mit Bethel gesehen und auch das hat mich von Ihrer bewundernswerten Arbeit wieder von Neuem überzeugt.

Dienstag, 05-03-19 21:51

Stefan Enste aus Bielefeld

Muss sagen obwohl Bethel so viele Spenden bekommt, ist hier in der Notaufnahme der Kinder Chirurgie alles ziemlich abgenutzt und wirklich dreckig. Bettel sollte sich echt was schämen pfui. Wenn wenigstens die medizinische Versorgung super wäre, aber auch hier wird gespart. Schade war mal ein tolles Krankenhaus.

Sonntag, 10-02-19 15:25

Dr. Malte Hansen aus Irgendwo

Guten Tag,
ja es ist gut, wenn solche Schicksale auch künstlerisch und damit medienwirksam aufbereitet werden. Damit gibt man den vielen ansonsten namenlosen Opfern ein Gesicht, das sie schon lange verdient hatten.

Freitag, 08-02-19 10:30

Michael Herzog aus Bielefeld

Fotoausstellung „Wir sind viele“
Zunächst durch den Namen des Künstlers, Jim Rakete, aufmerksam geworden, haben mich dann bei den Besichtigungen die 50 Fotografien stark beeindruckt. Geniale handwerkliche Arbeit in Verbindung mit positiv berührender Ausstrahlung der porträtierten Personen, hinter denen sich 53 Einzelschicksale verbergen. Der Katalog wurde mit ebenso viel Einfühlungsvermögen erstellt. Hat mir außerordentlich gut getan. Danke!

Montag, 04-02-19 15:33

Dr. Malte Hansen aus Irgendwo

Ich kann in diesem Gästebuch ja nahtlos an meinen Eintrag vom 16.10.18 anschließen und berichten, dass das Treffen zwischen Vorstand und den betroffenen misshandelten Opfern am 1.2.19 im Haus Regenbogen stattgefunden hat. Wir haben dort (nicht nur) eine Entschuldigung erhalten, auf die wir sehr, sehr lange gewartet hatten. Wir haben uns auch davon überzeugen können, dass in diesen Einrichtungen heute vieles anders läuft als zur damaligen Zeit. Für die Täter und deren Profil muss man für die damalige Zeit eine Reihe von Umständen berücksichtigen, die ein solches menschenverachtendes Verhalten von Diakonen, Pastoren und Anderen nicht nur in Bethel, sondern auch in anderen kirchlichen Einrichtungen erst möglich erst möglich machten:

1. Die eigene Sozialisation der Täter in Kaiserreich und unter der Nazi-Diktatur. Diese Generation von Tätern war zwischen 1950 und 1970 noch in solchen Einrichtungen aktiv und entsprechend autoritär geprägt.

2. Die Täter waren selber auch nicht hinreichend sozialpädagogisch und psychologisch ausgebildet und hatten ein Menschenbild von Behinderten allgemein vermittelt bekommen, die Behinderte als nicht leistungsfähig, geistig unfähig und die Täter diesen Behinderten als haushoch überlegen gegenüber fühlen ließ, so dass man denen ruhig alles antun könne, weil sich (die Meisten) ohnehin nicht wehren können würden. Viele der Täter waren wohl auch mit sich selbst nicht im Reinen und hatten Persönlichkeitsdefizite, die sie nach heutigen Maßstäben für eine Tätigkeit in solchen Einrichtungen absolut disqualifizieren würden.

3. Die Heime waren damals eine in sich geschlossene Welt mit internen hierarchisch-autoritären Strukturen und einem absoluten „Herrschaftsanspruch“ der sog. Hausväter (Heimleiter); wer dem nicht folgte, wurde sanktioniert, geschlagen. gefesselt und in die Gummizelle (zu Disziplinierungszwecken) gesperrt. Das war schon nach damals geltendem Recht Freiheitsberaubung und Körperverletzung - verübt von diakonischen Mitarbeitern in kirchlichem Auftrag. Jede Institution mit solch einem absoluten Herrschaftsanspruch der Heimleiter gerät irgendwann außer Kontrolle und versündigt sich an den ihr anvertrauten Bewohnern.

Sicher gibt es noch andere Ursachen; aber diese alle aufzuzählen, würde zu weit führen.

Bethel geht ja relativ offen mit diesen Dingen um, was auch gut ist. Die damalige Welt ist auch nicht mehr die von heute; das hat uns „Ehemaligen“ und Betroffenen eine Führung durch die heutigen Einrichtungen gezeigt. Man kann also diesen sehr unrühmlichen Teil der Betheler Diakoniegeschichte ruhig auf den Abfallhaufen der Geschichte schmeißen und gleichzeitig zu neuen Ufern aufbrechen, es anders machen, wenn man daraus gelernt hat.

Kommentar:

Seit dem Jahr 2006 engagieren sich die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel für den Kontakt und den Austausch mit Menschen, die seit den 1950er Jahren in Betheler Einrichtungen betreut wurden und dabei Leid und Unrecht erfahren haben. Auslöser dafür war seit 2006/2007 die Aufarbeitung der Fürsorgeerziehung in Bethel seit der Nachkriegszeit. Vor allem in der damaligen Diakonie Freistatt bei Diepholz fand Fürsorgeerziehung im Bereich der Jugendhilfe statt. Seit 2006 sind dorthin immer wieder Betroffene eingeladen worden um eine Versöhnung zu unterstützen, um Lebensschicksale und Erwerbsbiografien zu klären und über die heutigen guten Bedingungen der Jugendhilfe zu informieren. Diese Treffen finden bis heute statt.

Im Bereich der Behindertenhilfe und Jugendhilfe Bethels im Raum Bielefeld gab es erst zwei ähnliche Treffen in diesem und im vergangenen Jahr. Auch hier ging es um Schuldanerkennung, Bedauern und mögliche Versöhnung. Weitere Treffen werden möglicherweise geplant. Es freut uns, dass das letzte Treffen hier in der Ortschaft Bethel für Sie offensichtlich gut und sinnvoll verlaufen ist.

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