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28.03.2012

10 Jahre Kindertagesstätte Nobea


Buden bauen ist nach wie vor beliebt. Nina und Emil haben sich in ihre Höhle zurückgezogen.

Die Leiterinnen der Kindertagesstätte Nobea Marlis Landree (r.) und Susanne Schäfer (l.) geben den Mädchen aus der Eisvögelgruppe Schwung.

100 Kinder und ihre Erzieherinnen feiern mit Eltern, Freunden und Ehemaligen 10 Jahre Nobea. Fotos: Reinhard Elbracht

Spielen, toben, Buden bauen

Bielefeld-Eckardtsheim. Kaum ist es wärmer, sind die Kinder nicht mehr zu halten. Sie ziehen sich ihre Matschhosen an, und raus geht es in den großen Garten der Kindertagesstätte Nobea in Bielefeld-Eckardtsheim. Zwischen künstlich angelegten Hügeln, Wassergräben und Spielwiesen, lässt es sich auf dem fußballfeldgroßen Gelände vortrefflich toben. Die Betheler Kindertagesstätte Nobea feiert am 1. April ihr zehnjähriges Bestehen.

Emil und Nina haben eine Bude gebaut. Aus Decken, Kissen und Matten ist eine behagliche Höhle geworden, in der sich die beiden verstecken können. Nina ist vier Jahre alt und Emil schon fünf. „Aber noch nicht lange“, stellt Nina klar. Schließlich ist sie nur vier Wochen jünger als er. Die beiden spielen Vater, Mutter, Kind. Vater Emil ist ein Biber und frisst Holz. Mutter Nina ist ein Hund und frisst Knochen. Das Spiel nimmt sie so gefangen, dass sie gar nicht mitbekommen, dass sich alle anderen Kinder der Eisvögel-Gruppe die Straßenschuhe anziehen. Denn sie sind mit Pastorin Susanne Schubring in der evangelischen Kirche in Eckardtsheim verabredet. Mit ihr wollen sie über ein Thema sprechen, dass die Buden-Bauer Emil und Nina sicher interessieren wird. Es geht um Häuser und Gebäude und deren Funktionen.

Neben Ostereier bemalen oder Weihnachtsbaumschmuck basteln, werden die Kinder in der Kindertagesstätte über den christlichen Hintergrund der Feste aufgeklärt. „Auch Eltern, die eine andere Religionszugehörigkeit haben, melden ihre Kinder bei uns an. Das tun sie ganz bewusst, damit die Jungen und Mädchen sich mit der christlichen Kultur auseinandersetzen können“, so Susanne Schäfer, Erzieherin in der Kita Nobea. „Sie sind hier willkommen, da die Begegnung der Kulturen ein wichtiger Beitrag zu Toleranz und Verständigung ist.“

Eckardtsheim im Süden von Bielefeld ist eine ländliche Gegend. Die meisten Kinder wohnen in der direkten Nachbarschaft. „Viele Eltern haben einen Garten, in dem die Kinder spielen können. Und das merkt man ihnen an“, bestätigt Marlis Landree, Leiterin der Kindertagesstätte Nobea. Die zirka 100 Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren lieben es bei Wind und Wetter draußen zu sein, zu rennen, im Sand zu buddeln oder auf dem Trampolin zu hüpfen.

„Der Name der Kindertagesstätte Nobea ist hebräisch und bedeutet ‚lebendig‘ oder ‚sprudelnd‘ – so wie die Kinder, die sich am Leben erfreuen“, so Marlis Landree. Lebensfreude und Lernen müssen keine Gegensätze sein, wie das Konzept der Kindertagesstätte zeigt. „Wenn sie in die Schule kommen, können sie einen Stift halten, sich kreativ betätigen. Sie sind wissbegierig und haben ein gutes Sozialverhalten. Damit haben sie eine gute Grundlage für die Schule.“

Die Kindertagesstätte Nobea ist keine Vorschule. Die15  Erzieherinnen und Heilpädagoginnen üben weder rechnen noch schreiben mit den Mädchen und Jungen. Dafür sind die Kinder in der Lage eine Weide von einer Buche, eine Meise von einem Raben oder eine Kartoffeln von einem Kohlrabi  zu unterscheiden. Und sie kennen viele Lieder und Geschichten. „Die Kinder bekommen viel Anregung, aber sie haben auch ausreichend Zeit und Raum zum freien Spiel“, betont Marlis Landree.

Der gesetzlich vorgeschriebene Sprachtest  „Delfin 4“ muss, wie in allen anderen Kindertagesstätten  in Nordrhein-Westfalen, auch in Nobea zwei Jahre vor der Einschulung durchgeführt werden. Auf diese Weise wird die Sprachfähigkeit der Kinder ermittelt. In Nobea sind neben einer Grundschullehrerin immer auch die vertrauten Mitarbeiterinnen der Kita beim Test mit dabei, um den Jungen und Mädchen zur Seite zu stehen. „Und wenn trotzdem einmal ein Förderbedarf festgestellt wird, dann bleiben die Eltern unserer Kinder in der Regel gelassen. Und das anschließende Förderprogramm macht den Kindern sogar Spaß“, so Susanne Schäfer.

Gelassene Eltern, fröhliche Kinder, entspannte Mitarbeiterinnen – in der Kindertagesstätte wollen alle zusammen feiern. Einen guten Grund gibt es dafür am Sonntag, 1.April, anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Kindertagesstätte Nobea, Verler Straße 185. Das Fest beginnt morgens um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kita und endet um 16.30 Uhr. Ganz viele ehemalige Kita-Kinder haben ihr Kommen zugesagt. Und Susanne Schäfer verspricht: „Das wird eine große Wiedersehens-Party.“


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