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20.12.2011

20 Jahre „Orientierungskurs für Familienfrauen"


Die beiden langjährigen Leiterinnen des Orientierungskurses, Yvonne Spiertz und Esther Wolf (v. l.), freuten sich, dass alle Jahrgänge beim „20-Jährigen" in der Neuen Schmiede vertreten waren. Foto: Kreutner

Stark machen für den Wiedereinstieg in das Berufsleben 

Bielefeld-Bethel. Für Frauen, die nach einer Familienphase in das Berufsleben zurückkehren wollen und dabei Unterstützung benötigen, ist Bethel seit zwanzig Jahren eine wichtige Adresse. Rund 200 ehemalige Teilnehmerinnen des „Orientierungskurses für Familienfrauen“ feierten jetzt das Jubiläum des Angebots in der Neuen Schmiede in Bielefeld-Bethel. Seit 1991 fanden 40 Kurse mit gut 600 Frauen aus Bielefeld und der Region in Bethel statt. Dabei waren nahezu alle Berufsgruppen vertreten – von der Handwerkerin über die Akademikerin bis hin zur Pflegkraft. 

Der viermonatige Orientierungskurs wird in Teilzeit von „Bildung & Beratung Bethel“ angeboten. Er erleichtert Frauen, die wegen einer Schwangerschaft oder der Pflege von Angehörigen ihren beruflichen Werdegang unterbrechen mussten, den Wiedereinstieg in das Berufsleben. Die beiden Leiterinnen des Kurses, Yvonne Spiertz und Esther Wolf, freuten sich, dass alle Jahrgänge bei der Jubiläumsfeier vertreten waren. 

Nach Angaben der Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins „Beruflicher Weiterbildungsverbund Bielefeld“ (BBW), Renate Gebhardt, ist der Orientierungskurs mittlerweile das einzige Angebot dieser Art in Bielefeld, das sich zudem konstant über die Jahre gehalten hat. „Und das ist auch gut so, denn der Bedarf ist da. Gerade wenn Frauen länger raus aus dem Berufsleben waren, benötigen sie diese Form der Unterstützung“, weiß Renate Gebhardt. Den Kursteilnehmerinnen falle es erfahrungsgemäß wesentlich leichter, sich wieder auf den Berufsweg zu machen. 

Der Orientierungskurs findet zweimal jährlich in den Räumen der Theaterwerkstatt Bethel statt – und das mit großem Erfolg. „Gut 70 Prozent unserer Teilnehmerinnen gelingt im Anschluss der Wiedereinstieg in das Berufsleben. Einige haben sogar richtig Karriere gemacht“, sagt Esther Wolf. 

Die persönlichen Ziele der Frauen für den Wiedereinstieg sind sehr unterschiedlich. Einige streben zurück an ihren alten Arbeitsplatz und wollen herausfinden, ob sie der Aufgabe noch gewachsen sind. Andere möchten sich beruflich umorientieren und in dem Kurs feststellen, ob sie für eine andere Beschäftigung geeignet sind. Esther Wolf und Yvonne Spiertz machen daher nicht nur Bewerbungstraining, sondern führen auch einen Kompetenzcheck durch.

Der Orientierungskurs hat sich im Laufe der Jahre verändert, was teilweise mit den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt aber auch mit den Bedürfnissen der Frauen selbst zusammen hängt. „Die Frauen sind heute qualifizierter, und unsere Kursbausteine sind individueller und facettenreicher geworden“, so Esther Wolf. „Angebote, wie eine Einführung in die EDV, sind weggefallen, weil wir solche Kenntnisse mittlerweile voraussetzen“, ergänzt Yvonne Spiertz. Neu sei hingegen das Thema Pflege aufgrund des Pflegenotstands und der guten beruflichen Chancen in diesem Bereich.

Nach Meinung von Bethel-Vorstandsmitglied Dr. Günther Wienberg seien die „Ressourcen der Familienfrauen“ mehr gefragt denn je. „Sie können aufgrund ihrer Erfahrungen aus der Familienphase wichtige Schlüsselfunktionen wie Flexibilität, Improvisation und Belastbarkeit in das Berufsleben einbringen“, sagte er bei der Festveranstaltung. Etwa ein Drittel der bisherigen Kurs-Teilnehmerinnen hat vorher in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gearbeitet. 

Im Frühjahr sartet der 41. Orientierungskurs, dann unter der neuen Leitung von Beate Aufderstroth. Interessierte Frauen können sich informieren und anmelden bei der Bildung & Beratung Bethel: Telefon (0521) 144-4122, 
E-Mail: Beate.Aufderstroth[at]bethel.de


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