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05.10.2015

20 Jahre Schule für Ergotherapie Eckardtsheim


(v.r): Dr. Rainer Norden, Prof. Dr. Hilke Bertelsmann, Petra Krause und Rainer Külker.

Präsentierten den „Weihnachtsmanntransformator“ aus ihrer Arbeit mit an Krebs erkrankten Kindern: Ergotherapeuten Vera Gouws, und Rodrigo Barros (rechts) mit Schulleiter Rainer Külker.

Vom Weihnachtsmanntransformator bis zum Streichelzoo

Bielefeld-Eckardtsheim. „Es gibt Kinder, die brauchen Chaos. Es gibt Kinder, die brauchen Halt. Es gibt Kinder, die brauchen Struktur. Und es gibt Kinder, die schaffen sich einen Buhmann oder einen Helden. Für genau diesen Zweck hat einer unserer jugendlichen Klienten einen Weihnachtsmanntransformator erschaffen“, berichteten jetzt die Ergotherapeuten Rodrigo Barros und Vera Gouws bei der Jubiläums-Fachtagung zum 20-jährigen Bestehen der Schule für Ergotherapie in Eckardtsheim.

„Wir geben den Kindern Raum, in ihrer gesundheitlich angespannten Situation ihre gesunden Seiten wiederzuentdecken“, sagte Rodrigo Barros im Thekoasaal in Bielefeld-Eckarsdtheim. Mit anschaulichen Beispielen aus der täglichen Arbeit in der onkologischen Station im Kinderzentrum Bethel hatte er gemeinsam mit Vera Gouws die Veranstaltung  eröffnet.

Die Sonne strahlte über der Schule für Ergotherapie, die vor zwei Jahrzehnten in Eckardtsheim gegründet wurde. Rainer Külker, Leiter der Schule, war von Anfang an dabei. Er prägte die Ausbildung, die in ihrer Form einmalig und für junge Menschen hochattraktiv ist. Seit 2014 kooperiert die Schule mit der Fachhochschule der Diakonie. Ausbildung, Studium und der Berufseinstieg werden damit an einem Ort angeboten. Gut 150 junge Leute bewerben sich jährlich auf die 21 Ausbildungsplätze, 440 haben in den 20 Jahren ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.  

Die Schule ist als anerkannte Krankenhausschule im Ev. Krankenhaus Bielefeld in die v. Bodelschwingschen Stiftungen Bethel eingebunden, vom Weltverband der Ergotherapeuten (WFOT) anerkannt und vom Deutschen Verband der Ergotherapeuten (DVE) zertifiziert – bundesweit sind es insgesamt 25 von 200 Schulen.

Der 20. Geburtstag wurde mit einem vielfältigen Fachprogramm und namhaften Referenten gefeiert – unter anderem mit Ellen Romein, Ergotherapeutin aus Frankreich, Mieke le Granse von der Zuyd Hochschule in Heerlen oder Professor Hilke Bertelsmann, Rektorin der Fachhochschule der Diakonie. Unter dem Motto: „Wir haben in der Stadt etwas zu tun“ organisierten Schülergruppen unter anderem einen Streichelzoo für die Nachbarn aus den Bethel-Werkstätten oder ein Fußballspiel für geflüchtete Jugendliche und Kinder der Erstaufnahmestelle Oldentruper Hof.

Zu dem großen Festakt mit der Schulband Tonus wurden die Gäste in die Kapelle der Schule eingeladen. Dr. Rainer Norden, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld, bestärkte das Engagement der Lehrer und Schülerinnen: „Mit 20 Jahren ist man aus den Kinderschuhen herausgewachsen und wir stellen fest: Die Zukunft für das Berufsbild Ergotherapeut sieht bestens aus.“

Ein Stück Geschichte erlebten die Geburtstagsgäste in einem lockeren Gespräch zwischen Schulleiter Rainer Külker und Petra Krause, Gesamtleitung der Gesundheitsschulen im EvKB. Das Fazit: „Eckardtsheim war eine große Chance, direkt mit Betroffenen zu arbeiten. Daraus entstanden ist eine hochqualifzierte Ausbildung, ohne den Charakter einer Schulgemeinschaft zu verlieren“, resümierte Külker stolz.

Was ist Ergotherapie?

Die Ergotherapie baut Brücken zu mehr Selbständigkeit, einem besseren Körpergefühl sowie einem starken Selbstvertrauen. Das schenkt den Klienten Kraft und Motivation, beides gute Voraussetzungen, um wieder stark zu werden. Die Ergotherapie stellt die Handlungsfähigkeit des Menschen in den Mittelpunkt. Sie trägt zur Verbesserung der Gesundheit und zur Steigerung der Lebensqualität bei. Sie befähigt Menschen an den Aktivitäten des täglichen Lebens und an der Gesellschaft teilzuhaben.


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