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02.09.2019

20 Jahre Tagespflege Sennestadt


Über 20 Jahre Tagespflege Sennestadt freuen sich (v. l.) Ingrid Kugler, Tagespflege-Gast Ingrid Reinhardt und Wilfried Wesemann, Geschäftsführer der Betheler Altenhilfe. Foto: Paul Schulz

Oase der Behaglichkeit für Menschen mit Demenz

Bielefeld-Bethel. Warme Farben dominieren die Einrichtung und vermitteln Geborgenheit. Schwungvolle Tulip-Stühle und orangene Mustertapete erinnern an die 1970er Jahre und angenehme Düfte, die aus der Aromatherapie herüberwehen, tragen zur entspannten Stimmung bei. Wer die Tagespflege Sennestadt in dem Gewerbegebiet am Ortsrand von Sennestadt besucht, hätte in dem Haus mit dem schlichten Äußeren wohl kaum eine Oase der Behaglichkeit erwartet. Jetzt feierte die Bethel-Einrichtung, in der – nicht ausschließlich, aber schwerpunktmäßig – Menschen mit Demenz betreut werden, ihr 20-jähriges Bestehen.

Die Retro-Einrichtung ist nicht nur schick, sondern hat einen besonderen Grund: Aufgrund ihrer demenziellen Veränderung haben viele Gäste ihr Kurzzeitgedächtnis verloren; das Langzeitgedächtnis hingegen ist noch intakt. Wer nicht mehr weiß, was sie vor wenigen Augenblicken geschah, erinnert sich möglicherweise gut an das Elternhaus oder die erste eigene Wohnung. Deshalb haben die Mitarbeiterinnen der Betheler Tagespflege ein Umfeld für ihre Gäste geschaffen, das ihnen vertraut ist und in dem sie sich wohl fühlen. „Früher haben wir uns am Geschmack der 40-iger und 50-iger Jahre orientiert. Aber wir altern kontinuierlich mit unseren Gästen mit“, sagt Einrichtungsleiterin Ingrid Kugler, die hier selbst seit 19 Jahren arbeitet. Zudem sprechen Demenzkranke generell gut auf warme Farben an. „Das geht noch auf ganz frühe Wahrnehmungen im Mutterleib zurück“, weiß die Expertin.

Die 15 Plätze der Tagespflege sind gut belegt. An unterschiedlichen Wochentagen nutzen insgesamt 32 Gäste das Bethel-Angebot, das sich an alle Menschen richtet, die den Tag aufgrund ihrer psychischer und körperlicher Erkrankungen nicht alleine verbringen können. Damit entlastet der Dienst die Angehörigen und sichert eine verlässliche und gute Tagesstruktur. Die Klienten sind zwischen 50 und 90 Jahren alt. „Wir orientieren uns nicht an den Defiziten unserer Gäste, sondern fördern das, was vorhanden ist“, umreißt Ingrid Kugler das personenzentrierte Konzept. So gebe es auch keine obligatorischen Aktivitäten. „Ein Mensch ohne Erinnerungsvermögen nimmt nicht an unserem Gedächtnistraining teil“, gibt Ingrid Kugler ein Beispiel.

Kontakt und weitere Informationen: www.altenhilfe-bethel.de


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