v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
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28.12.2016

2017: v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel 150 Jahre alt


Friedrich von Bodelschwingh, der maßgebliche Gestalter Bethels, in seinem Arbeitszimmer in Haus Burg 1901.

Das Logo zum Jubiläumsjahr: Seit 150 Jahren ist Bethel für Menschen da.

Das Jubiläumslogo in Flammen. Friedrich von Bodelschwingh hat mal gesagt: „Wir können Orte schaffen, von denen der helle Schein der Hoffnung in die Dunkelheit der Erde fällt.“

Klaus Freyer (3.v.r.) von der Feuerwerksfirma „Flash Art“ entzündete gemeinsam mit dem Vorstandvorsitzenden der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Ulrich Pohl (2.v.r.), und dem proWerk-Beschäftigten Alexander Hörster (r.) die Kerzen für das Jubiläums-Logo. Festgehalten wurde die Aktion von dem Kameramann Sven Hachmeister.

So viel Unterstützung wie nötig, so wenig wie möglich - Bethel-Mitarbeiter Robert Hoeltke (l.) hilft Helmut Pfau, Bewohner im Haus Emmaus, beim Ankleiden.

Wie hier im Haus Ebenezer schliefen die Menschen in den Bethel-Einrichtungen im Jahr 1909 noch in großen Schlafsälen. Heute gibt es fast nur noch Einzelappartements.

Die jungen Läuferinnen geben alles beim Sportfest Bethel athletics. Mitmachen ist für die Mädchen längst nicht alles. Jede will die Beste sein.

Die Pflege kranker Menschen und vor allem der Kinder übernahmen in Bethel vor allem evangelische Diakonissen. Sie gehörten zum Mutterhaus Sarepta.

Weltbekannte Einrichtung entstand in ehemaligem Bauernhaus

Bielefeld-Bethel. Jetzt geht es los: Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl hat zusammen mit dem Bethel-Beschäftigten Alexander Hörster kurz vor Neujahr Flammen für „150 Jahre Bethel“ entzündet.

Videos: „Jubiläumsstart mit Flammen-Bild“ zur freien Verwendung, Download hier

2017 ist es 150 Jahre her, dass in einem alten Bauernhaus am Rande Bielefelds ein Haus für „epileptische Jungen“ eröffnet wurde. 1867 gründete die Innere Mission, der Vorläufer der Diakonie, die „Rheinisch-Westfälische Anstalt für Epileptische“. Bielefelder Kaufleute leisteten dabei Unterstützung.

Heute engagieren sich über 18.000 Mitarbeitende in Einrichtungen und Diensten von Bethel in acht Bundesländern. Dazwischen liegen 150 Jahre „Für Menschen da sein“, wesentlich geprägt von Friedrich von Bodelschwingh und seinem Sohn Pastor „Fritz“. Sie leiteten Bethel von 1872 bis 1946. Mit Pastor Ulrich Pohl steht heute der neunte Leiter (heute Vorstandsvorsitzender) seit der Gründung an der Spitze der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

Bethel engagiert sich aktuell für jährlich rund 230.000 kranke, behinderte, sozial benachteiligte, pflegebedürftige und zu fördernde Menschen. Mit seiner Geschichte, den vielfältigen Angeboten und der großherzigen Unterstützung von rund 350.000 Freunden und Förderern ist Bethel wohl einzigartig in der Welt.

In der neuen Einrichtung wurden damals, 1867, zunächst nur einige epilepsiekranke Jungen betreut. Anfänglich ging es darum einen Ort des Schutzes für diese Menschen zu schaffen. An Therapie oder gar Heilung war bei der bislang wenig erforschten Erkrankung nicht zu denken. Allein „Brom“ wurde als Medikament eingesetzt, um die Zahl der Anfälle zu verringern; doch dieses Mittel verursachte auch Teilnahmslosigkeit und Verlangsamung bei den Patienten. Schon bald wurden auch wanderarme, suchtkranke, behinderte und psychisch kranke Menschen aufgenommen - getreu dem Ausspruch Friedrich von Bodelschwinghs: „… und dass ihr mir niemanden abweiset!“.

Allmählich wurde Bethel zu einer Ortschaft mit Werkstätten, Handwerksbetrieben, Schulen sowie mit einer Kirche und einem Friedhof ausgebaut - ein Ort mit Verständnis für Menschen, die Unterstützung in ihrem Leben brauchen. Der Name Bethel bedeutet im Hebräischen „Haus Gottes“.

Der Betheler Idee folgten weitere Orte, dank Bodelschwinghs Initiative. 1882 gründete er die erste deutsche Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf bei Bielefeld, 1899 entstand die Arbeiterkolonie Freistatt bei Diepholz. 1905 wurde die Kolonie Hoffnungstal bei Berlin (heute Lobetal/Bernau) aufgebaut, um sich der Obdachlosen der boomenden Reichshauptstadt anzunehmen. 1958 schließlich begann Bethels Arbeit im Ruhrgebiet in Breckerfeld/Zurstraße bei Hagen. Seit den 1990er-Jahren werden die Wohn- und Betreuungsangebote von Bethel zunehmend regionalisiert. In vielen Städten sind so neue bürgernahe Einrichtungen entstanden, jenseits der traditionellen Bethel-Orte.

Was in den Anfangsjahren ein Akt der christlichen Nächstenliebe war, die wesentlich auch von engagierten Bürgern getragen wurde, ist heute die Arbeit eines diakonischen Unternehmens im Sozialstaat. Bethel ist eine kirchliche Stiftung privaten Rechts und als gemeinnützig anerkannt. Die Arbeit wird durch Spenderinnen und Spender sehr gefördert. Dadurch ist zusätzlich vieles möglich, was die Lebensqualität und die Teilhabe der betreuten Menschen verbessert. Als Teil der Diakonie ist Bethel heute mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verbunden.

An rund 280 Orten bietet Bethel Betreuung, Unterstützung und Hilfe an. Dazu gehören Wohngruppen, ambulante Dienste, Betreutes Wohnen, Begegnungszentren, stationäre Hospize, Pflege- und Seniorenzentren, Werkstätten, Schulen, Ausbildungsstätten und Betriebe sowie Fachkliniken und Krankenhäuser. Weitbekannt sind die Brockensammlung Bethel (Sammlung und Verkauf von gebrauchter Kleidung) und die Briefmarkenstelle Bethel (Sammlung und Verkauf von entwerteten Briefmarken), durch die Menschen mit Behinderungen Arbeit haben.

Im Jahresverlauf 2017 rücken insgesamt über 100 Veranstaltungen vom Hausfest bis zum mehrtägigen Internationalen Workshop das 150. Jubiläum in allen Regionen in den Mittelpunkt. „Das Jubiläum fröhlich zu feiern, dankbar auf die Geschichte zu schauen und die Weiterentwicklung der Arbeit zu diskutieren heißt also das Jahresprogramm 2017 in Bethel“, fasst Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl zusammen.

Am 17. April  (Ostermontag) – einen Tag nachdem vor 50 Jahren Bethels 100. Geburtstag gefeiert wurde – wird ein festlicher Ostergottesdienst anlässlich des Jubiläums aus der Zionskirche in Bethel in der ARD übertragen (10 – 11 Uhr). Die Predigt hält die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende und Präses der Ev. Kirche von Westfalen, Annette Kurschus.

Als Auftakt steht bereits der Neujahrsempfang am 6. Januar im Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin-Lichtenberg ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres.

Und am 17. Januar wird auf Einladung von Bundestagspräsident Norbert Lammert die Fotoausstellung „Wir sind viele“ im Deutschen Bundestag in Berlin eröffnet. Die Ausstellung im Paul-Löbe-Haus zeigt 50 Bilder/50 Leben/50 Menschen mit Behinderungen aus Bethel, die der prominente Fotograf Jim Rakete 2016 aufgenommen hat. „Wir sind viele“ findet im Umfeld des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar statt und ist ein Kontrapunkt zur Rassenideologie und Euthanasie während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist beim Neujahrsempfang des Ev. Krankenhauses Bielefeld am 3. Februar in der Ortschaft Bethel zu Gast. Weitere Jubiläumsveranstaltungen und -feste folgen über das Jahr verteilt (www.bethel.de).

Begleitet werden die Jubiläumstermine von verschiedenen Aktionen. So wird Bethel mit dem Jubiläum ab Februar auch wieder bundesweit auf Großflächenplakaten zu sehen sein. An den Hauptstandorten Bielefeld, Dortmund, Hannover und Berlin wird das Jubiläum auf Straßenbahnen publik gemacht. 150 Prominente aus Medien, Musik, Kunst und Politik haben sich zu Botschaftern für das Bethel-Jubiläum erklärt. Mit Zitaten, Bildern oder Videos wollen wir sie im Laufe des Jahres 2017 für uns sprechen lassen – auf unserer Homepage und in den sozialen Netzwerken. Menschen mit Behinderungen haben eine Kunstausstellung erarbeitet, die ab kommendem Jahr in Deutschland unterwegs ist mit dem Titel „Neue Wege …“ (Auftakt im Düsseldorfer Landtag, dann u. a. in Trier, Magdeburg und schließlich im EU-Parlament in Straßburg). Geplant ist eine bundesweite Briefmarkensammelaktion an Grundschulen in der zweiten Jahreshälfte 2017; eine Band aus ehemaligen Schülern der Mamre-Patmos-Förderschule hat mit der Musikerin und Produzentin Annette Humpe einen Song für Bethel aufgenommen (Release vorauss. März); etwa 80 Menschen mit Behinderungen aus verschiedenen Teilen Bethels werden im Zirkus Roncalli im kommenden Sommer zusammen mit Roncalli Artisten eine besondere Zirkusvorstellung geben; die Proben dafür haben schon im September 2016 begonnen.

Neben den vielen Jubiläumsaktivitäten in den Betheler Einrichtungen und an anderen Orten in Deutschland finden “150 Jahre Bethel“ auch ein bisschen weltweit statt. Ganz im Osten, in Japan, ist eine Wanderausstellung zur Arbeit und Geschichte Bethels geplant. Voraussichtlich im Herbst 2017 wird sie in Tokio eröffnet und dann in weiteren Städten gezeigt. Treibende Kraft dahinter sind die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bielefeld und ihr Pendant in Japan sowie ein japanischer Wissenschaftler, der bereits über Bethel gearbeitet hat.

Im Süden, in Tansania, findet sich zu den 150 Geocaches, die Bethel im Jubiläumsjahr ausgelegt hat, ein weiterer 151. Wer den finden will muss in die tansanischen Usambara-Berge reisen, in den kleinen Ort Lutindi im Nordosten des Landes. Die Suche kann im April gestartet werden. Wer Ende 2017 die meisten Geocaches gefangen hat, gewinnt einen Preis.

Arbeitsbereiche:

  • Altenhilfe
  • Arbeit und berufliche Rehabilitation
  • Behindertenhilfe
  • Epilepsie
  • Hospizarbeit
  • Jugendhilfe
  • Krankenhäuser
  • Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten
  • Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen
  • Psychiatrie
  • Schulen und Ausbildungen

Anstaltsleiter (seit 1995 Vorstandsvorsitzende):

  • 1867 – 1871 Pastor Friedrich Simon (1833–1912)
  • 1872 – 1910 Pastor Friedrich von Bodelschwingh (1831–1910)
  • 1910 – 1946 Pastor Friedrich („Fritz“) von Bodelschwingh (1877–1946)
  • 1946 – 1959 Pastor Rudolf Hardt (1900–1959)
  • 1959 – 1968 Pastor Friedrich von Bodelschwingh III. (1902–1977)
  • 1968 – 1979 Pastor Alex Funke (1914–2003)
  • 1980 – 1994 Pastor Johannes Busch (1932)
  • 1995 – 2008 Pastor Friedrich Schophaus (1943)
  • seit 2008 Pastor Ulrich Pohl (1957)

© 2021 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
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