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31.05.2012

30 Jahre Berufsbildungswerk in Bethel


Hoteldirektor Sascha Luce und Küchenchef Rudolf Schäfers (v.l.) freuen sich, dass Sebastian Schütttauf ihr Team verstärkt. Foto: Paul Schulz

„Arbeitsmäßig geht es mir bestens“

Bielefeld-Bethel. 16 Kilometer und nur bergauf. Wenn Sebastian Schüttauf zur Arbeit radelt, muss er ganz schön in die Pedale steigen. Von Schildesche bis in die „Sieker Schweiz“ in Bielefeld braucht der 23-Jährige ungefähr eine dreiviertel Stunde. Aber die tägliche Tortur lohnt sich, denn er hat seinen Traumjob gefunden als Koch im Landhotel Bielefelder Höhe. Für den jungen Mann keine Selbstverständlichkeit. Denn Sebastian Schüttauf hat Epilepsie.

Wenn er Frühdienst hat, beginnt sein Arbeitstag um 6.30 Uhr. „Zuerst kümmere ich mich um das Frühstücksbüfett. Und dann betreue ich die Gäste“, sagt Sebastian Schüttauf. Zum Beispiel nimmt er individuelle Bestellungen entgegen und bereitet vor den Augen der Frühstücksgäste das perfekte Rührei zu. Ab zehn Uhr muss er sich mit seinem Kollegen bereits um das Mittagessen kümmern und danach geht es sofort los mit den Vorbereitungen für das Abendgeschäft. „Der Beruf Koch ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven“, betont Hoteldirektor Sascha Luce. Er hat Sebastian Schüttauf vor drei Monaten eingestellt hat. Dass sein junger Mitarbeiter Epilepsie hat, stört ihn nicht. „Es ist für mich eine neue Erfahrung. Wichtig ist, dass wir im Gespräch bleiben und über eventuelle Probleme reden“, so der Manager, der das einstige Hotel  „Stiller Frieden“ in Bielefeld unter neuem Namen im Dezember 2011 wiedereröffnet hat.

Über einen Getränkelieferanten habe er gehört, dass es in Bethel das Ausbildungshotel Lindenhof gebe, in dem junge Menschen mit Epilepsie eine Lehre machen könnten, berichtet Sascha Luce. Das fand er interessant und hat sich mit dem Ausbildungsleiter in Verbindung gesetzt. Und der hat ihm das Konzept vorgestellt. Das Hotel Lindenhof gehört zum Berufsbildungswerk Bethel (BBW), das Jugendlichen mit Epilepsie sowohl Berufsvorbereitungsmaßnahmen als auch berufliche Erstausbildungen anbietet. Insgesamt stehen 23 Berufe zur Auswahl, beispielsweise im Gartenbau, in der Textiltechnik, Hauswirtschaft oder im Hotel- und Gastronomiebereich.

Das Landhotel Bielefelder Höhe ist ein kleiner Betrieb. In der Küche arbeitet neben dem Küchenchef nur noch Sebastian Schüttauf. „Er ist voll gefordert und muss auch Schichtdienst leisten“, sagt Sascha Luce. Manchmal arbeitet er ganz alleine in der Küche. Dass er 20 Abendessen á la carte zubereiten muss, ist dabei keine Seltenheit. „Dann komme ich ganz schön ins Schwitzen“, gesteht Sebastian Schüttauf. Denn er habe mit der Organisation der Arbeit noch ein paar Probleme. „Er ist ein guter Koch. Er hat das Feeling fürs Essen. Alles andere wird sich mit der Berufserfahrung geben“, so Sascha Luce.

Am 1. Juni wird Sebastian Schüttauf vormittags nicht in der Küche stehen. Denn dann besucht er seine ehemalige Ausbildungsstätte in Bethel. Das Berufsbildungswerk feiert sein 30-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür von 10 bis 12 Uhr. In den 30 Jahren haben rund 1300 Jugendliche mit Epilepsie oder einer hirnorganischen Schädigung eine Maßnahme im BBW abgeschlossen. Die meisten haben im Anschluss einen Arbeitsplatz gefunden, wie Sebastian Schüttauf. „Arbeitsmäßig geht es mir bestens“, sagt er und strahlt über das ganze Gesicht. Deshalb wird er die Feier auch ganz pünktlich wieder verlassen. Denn er habe Wichtigeres zu tun, sagt er, in der Küche vom Landhotel Bielefelder Höhe.

 


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