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11.02.2010

Angelika Gemkow besucht Schulen in Bethel


Ellen Kaptain, Barbara Manschmidt, Angelika Gemkow, Frank Thies, Leiter der Mamre-Patmos-Schule, Pastor Bernward Wolf und Hans-Wilhelm Lümkemann trafen sich zum fachlichen Austausch in Bethel. In der integrativen Klasse 5 G besuchten sie (vorne, v.l.) Oliver Heinz-Johnson, Joel Preneux und Moritz Reinold.

Voll integriert: Jasper Stoll zeigt Angelika Gemkow stolz, was er im gemeinsamen Unterricht schon alles gelernt hat.

Gemeinsamer Unterricht muss Schule machen

Bielefeld-Bethel. Über integrative Unterrichtsangebote an Bielefelder Schulen informierte sich Angelika Gemkow am Mittwoch in Bethel. Die Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen besuchte die Mamre-Patmos-Schule und die Friedrich v. Bodelschwingh-Schulen. 

„Mehr Wahlfreiheit“ für Eltern von behinderten Kindern forderte die Politikerin aus Bielefeld, die von Pastor Bernward Wolf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Bethels, und Schul-Geschäftsführerin Barbara Manschmidt auf ihrer Visite begleitet wurde. „Immer mehr Grundschulen unterrichten Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam“, so Angelika Gemkow. „Aber danach ist für viele plötzlich Schluss.“ In Bielefeld gäbe es zu wenige weiterführende Schulen wie das Friedrich-von-Bodelschwingh-Gymnasium, an denen integrativer Unterricht angeboten werde. „Hierzu erwarte ich von den Kommunen eine umfangreiche und konstruktive Debatte.“ Vielerorts mangele es an echtem Willen, Inklusion tatsächlich umzusetzen. 

In Bethel traf Angelika Gemkow Realschul-Leiterin Ellen Kaptain und Hans-Wilhelm Lümkemann, Schulleiter des Gymnasiums, zu einem fachlichen Austausch. Im Anschluss machte sie sich ein Bild von der Unterrichtspraxis in der integrativen Klasse 5 G. Hier lernen zehn Gymnasiasten, zehn Realschüler und fünf Schüler mit Behinderung zusammen. Zwei Lehrkräfte, eine Gymnasial- und eine Sonderschullehrerin, gestalten den Unterricht gemeinsam, unterstützt von zwei Integrationshelfen. „Die Schule muss eine individuelle Förderung gewährleisten können, die jedem Leistungsniveau gerecht wird“, betonte Hans-Wilhelm Lümkemann. So können alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Fachthemen bearbeiten, aber auf unterschiedliche, den jeweiligen Fähigkeiten angepasste Art und Weise. In anderen Fällen wird ein alternatives Lernangebot geschaffen. Statt eine zweite Fremdsprache zu lernen nehmen leistungsschwächere Schüler etwa an praktischen Übungen teil, um sie auf ein weitgehend selbstständiges Leben vorzubereiten. 

In Nordrhein-Westfalen gibt es 31 000 Kinder mit einer Behinderung zwischen 6 und 18 Jahren sowie rund 127 000 Schülerinnen und Schüler, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben. In Bethel werden in den verschiedenen Schulformen insgesamt 3 400 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.


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