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05.07.2018

Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen geschaffen


Drucken ist Teamarbeit: Hermann Reicke, Martin Großerüschkamp, Cindy Tiedke und Leonid Kofler. Cindy Tiedke und Leonid Kofler, beide Beschäftigte in Bethels Arbeitsbereich proWerk, arbeiten an dem neuen „Schnelldrucker“. Fotos: Paul Schulz

Brockensammlung druckt jetzt selbst

Bielefeld-Bethel. Neue Plakate auf Zuruf: Die Brockensammlung Bethel hat jetzt eine eigene kleine Druckerei eingerichtet. In der karitativen Kleider- und Sachspendensammlung Bethels gehen jetzt alle Materialien in Eigenregie in den Druck. Und das ist eine ganze Menge: Jedes Jahr verlassen 1,4 Millionen Handzettel und 30.000 Plakate das Hauptquartier der Brockensammlung in Schloss Holte. Gut, dass der neue „Schnelldrucker“ 5.000 Blätter pro Stunde verarbeiten kann.

An der neuen Maschine sind drei Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen entstanden. Cindy Tiedke, Beschäftigte aus Bethels Arbeitsbereich proWerk, und ihre Kollegen arbeiten nun an zentraler Stelle, zwischen den Büros der „Brosa“-Verwaltung. Hauptsächlich werden hier Handzettel und Plakate für die rund 4.500 Kirchengemeinden gedruckt, die für Bethel „Brocken“, also Sachspenden, sammeln. Sie bekommen ein „Komplettpaket“ aus Werbematerialien inklusive Kleidersäcken – jährlich zwei Millionen – zugeschickt. „Für uns ist das sehr praktisch“, sagt Hermann Reicke, als stellvertretender Betriebsleiter zuständig für die Kleidersammlungen. „Wir können Änderungen quasi auf Zuruf einbringen und so viel direkter auf die Wünsche der Gemeinden reagieren.“

Für Martin Großerüschkamp, Leiter der Brockensammlung, geht es auch um die Grundhaltung: „Wir hinterfragen immer, ob ein Job auch von einem Menschen mit Behinderungen ausgeführt werden kann. Wenn die Antwort ‚Ja‘ lautet, dann setzen wir das so um“ Brosa-Drucker Leonid Kofler hatte seine neue Tätigkeit schnell im Griff: „Nach zwei Tagen war für mich alles klar“, sagt er selbstbewusst. „Aber konzentrieren muss man sich natürlich schon. Sonst legt man das Papier falsch herum ein oder sowas.“ Er ist einer von insgesamt 20 Menschen mit Behinderungen, die in der Brockensammlung arbeiten. Andere sortieren Textilien oder sind als Fahrer oder Entladehelfer in einem großen Einzugsbereich zwischen Lippstadt und Münster unterwegs, um Sachspenden abzuholen.


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