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06.04.2017

Bethel bietet berufliche Chancen über Bildung


Die Pflegekoordinatorin Mersada Ellermeier (l.) und die 88-jährige Bewohnerin Hanna Schindler zeigen Millicent Mukora im Seniorenzentrum Breipohls Hof wie einem alten Menschen aus dem Rollstuhl geholfen wird.

Gymnastik mit Gesang und Tüchern – Kathleen Gottwald ist in ihrem Element. Fotos: Schulz

Eine Zukunft für hoch motivierte Menschen

Bielefeld-Bethel. Die Stimmung könnte nicht besser sein. Acht junge Frauen – der einzige männliche Teilnehmer fehlt - verbreiten gute Laune im Seminarraum von Bildung & Beratung Bethel. Und das hat seinen Grund. Endlich, nach vielen Jahren der Arbeits- und Perspektivlosigkeit, geht es beruflich bergauf. In einem Orientierungskurs haben sie die Arbeit mit pflege- und unterstützungsbedürftigen Menschen kennengelernt und festgestellt: Das macht mir Spaß.

„Ich war elf Jahre zuhause als alleinerziehende Mama und Hausfrau. Das reicht. Jetzt will ich beruflich Menschen unterstützen“, unterstreicht Kathleen Gottwald, die nach dem Orientierungskurs optimistisch in ihre berufliche Zukunft schaut. Im September wird sie eine Qualifikation zur Betreuungsassistentin beginnen. In der Zeit bis zum Herbst würde sie gerne als Helferin in einer Tagespflegeeinrichtung tätig sein. Die Bewerbungen sind geschrieben. „Nahtlos weiterarbeiten und nicht zurückfallen in die trüben Zeiten der Arbeitslosigkeit und Minijobs“, wünscht sich die Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern.

Fünf Wochen Praktikum und vier Wochen theoretischer Unterricht liegen hinter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Zu Beginn waren sie fünfzehn. Doch ein paar sind vorzeitig abgesprungen. „Sinn dieses Orientierungskurses ist es, zu klären, ob einem die soziale Arbeit liegt. Wer abspringt, hat eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Alle anderen auch. Sie sind sich sicher, dass die Arbeit in einer Altenhilfe- oder Behindertenhilfe-Einrichtung ihr Ding ist“, so Beate Aufderstroth von Bildung & Beratung Bethel. Die Aussichten auf einen Job sind für die hoch motivierten Teilnehmenden übrigens sehr gut.

Millicent Mukora wurde von ihrer Sachbearbeiterin im Jobcenter auf den Orientierungskurs aufmerksam gemacht. Sofort wurde die arbeitsuchende Frau hellhörig. Denn mit Menschen zu arbeiten, das kann sie sich gut vorstellen. Während des Kurses machte sie ein Praktikum im Betheler Seniorenzentrum Breipohls Hof. „Ich war glücklich dort. Meine Kollegen haben mich gebraucht. Das ist ein gutes Gefühl. Und mit den alten Menschen habe ich viel gelacht“, sagt die alleinerziehende Mutter. Ihr Sohn ist vier. „Ich will ihm ein gutes Vorbild sein. Dafür brauche ich eine Arbeit“, betont die 32-Jährige. In Kenia, wo sie geboren ist, werden betagte Menschen hoch verehrt. „Ich achte sie und helfe ihnen gerne. Und wenn ich ihre Verletzlichkeit und Gebrechlichkeit sehe, merke ich, wie gut es mir geht. Dafür bin ich dankbar.“

Der neue Kursus „Pflege und Assistenz, Einführung und Orientierung in die soziale Arbeit für die Hilfe von Menschen mit einem Pflege- und Unterstützungsbedarf“ von Bildung & Beratung Bethel beginnt am 2. Mai. Der Umfang beträgt 9 Wochen in Teilzeit, davon 5 in Einrichtungen der Alten- oder Behindertenhilfe und 4 als Unterricht.

Auch Männer und Frauen ohne Schulabschluss können an dem Orientierungskurs teilnehmen.

Eine Informationsveranstaltung findet am Donnerstag, 20. April, um 10 Uhr im Lydiaheim, Am Zionswald 3, in Bielefeld-Bethel statt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen

Britta Niermeier

Tel.: 0521 1443194

oder

Nina Peterburs

Tel.: 0521/144-4117

Fax: 0521/1446109

E-Mail: nina.peterburs[at]bethel.de


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