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14.11.2012

Bethel-Senioren veranstalten Basar


Karin Ruoff (r.) und Manfred Friebel beraten die beiden Seniorinnen Ingrid Kolster (l.) und Dietlinde Sabelhaus beim Einkauf auf dem Basar. Foto: Paul Schulz

Omas Original-Topflappen im Angebot

Bielefeld-Bethel. Was für ein schöner Tag! Die Augen der Seniorinnen und Senioren strahlen. Monatelang haben sie gehäkelt, gemeißelt und geflochten. Jetzt endlich können sie ihre Erzeugnisse den Besucherinnen und Besuchern im Tagesförderverbund 60Plus in Bethel präsentieren. Die Mützen, Schals und Brotkörbchen haben sie auf Verkaufstischen ausgelegt und mit Hilfe der Bethel-Mitarbeiter die Preise errechnet. Aber ums Geld geht es ihnen bei diesem besonderen Basar eigentlich gar nicht, sondern vielmehr um Lob und Anerkennung.

Zwölf Holz-Schneemänner strecken den Gästen ihre orangefarbenen Nasen entgegen. Nebeneinandergereiht stehen sie auf dem Tresen und warten auf neue Besitzer. „Fünf sind schon weg“, freut sich Senior Manfred Friebel. Von dem restlichen Dutzend kann er aber auch keinen mehr herausgeben, denn alle tragen auf dem Rücken ein Schild mit der Aufschrift: „Verkauft“. „Die Senioren basteln vor allem für die anderen Senioren des Tagesförderverbunds“, so Teamleiterin Karin Ruoff. „Sie wissen, was auf dem Basar angeboten wird, und haben ihre Vorbestellungen früh abgegeben. Die Produkte sind dann ganz schnell vergriffen“, sagt Karin Ruoff.

Die Bethel-Mitarbeiterin und ihre Kollegen sorgen dafür, dass der Basar nicht nur eine Veranstaltung zum Gucken und Kaufen ist, sondern ein Fest wird. Dafür wird Live-Musik organisiert. Ein Akkordeonspieler lädt zum Tanzen und gemeinsamen Singen ein. „Ganz wichtig ist für die Senioren auch die Begegnung. Die behinderten Menschen, die schon lange in Bethel leben, treffen beim Basar ehemalige Mitbewohner und Mitarbeiter wieder, die sie schon lange nicht mehr gesehen haben“, sagt Karin Ruoff. Die Freude ist groß, wenn ein bekanntes Gesicht auftaucht. Und damit sich die Senioren gemütlich zum Plaudern zusammensetzen können, gibt es eine Schlemmermeile, in der sie es sich mit Fleischkäse und alkoholfreiem Punsch gut gehen lassen können.

Die Tagesförderangebote 60Plus richten sich an ältere Frauen und Männer, die nicht mehr in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung arbeiten. „Was passieren soll, bestimmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst“, sagt Karin Ruoff. Geselligkeit, Spiel und Sport stünden genauso auf dem Programm wie kreatives Arbeiten oder das Training alltagspraktischer Fertigkeiten, zum Beispiel Kochen und Backen. „Sehr beliebt ist bei den Senioren zurzeit das Flechten mit Peddigrohr. Deshalb findet man auf dem Basar ein vielfältiges Angebot an Korbwaren.“

Rund 70 Besucherinnen und Besucher kamen und staunten beim zweiten Basar im Haus Smyrna. Die Senioren stellten ihre Handarbeiten vor und freuten sich, wenn ihre Produkte Abnehmer fanden. Und weil es auch im nächsten Jahr ein Basar-Fest geben wird, ist klar: Ab Januar wird wieder gehäkelt, gemeißelt und geflochten.


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